Wolmirstedt l Das Konzept für „Kulturmagnete 2020“ erinnert ein wenig an den Kultursommer, den es noch vor wenigen Jahren gegeben hat. Da waren Lesungen und Konzerte über den Sommer verteilt, lockten in die Schlosskapelle oder Museumsscheune. Nach diesem Prinzip kann auch das Stadtfest 2020 daherkommen. Vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt zu.

Die Verwaltung hat unter dem Titel „Kulturmagnete 2020“ ein Konzept erarbeitet, das mit dem Regionalmarkt am 9. Mai beginnt und am 3. Oktober mit einem Bürgerfest zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit endet. Dazwischen laden weitere Veranstaltungen ein. So soll das Kulturleben Wolmirstedts über einen längeren Zeitraum belebt werden.

Zwei weitere Varianten

Daneben hat die Verwaltung jedoch zwei weitere Möglichkeiten zur Debatte gestellt. Eine sieht vor, das Stadtfest nur alle zwei Jahre zu feiern, also erst wieder im übernächsten Jahr. Das fand allerdings weder im Kultur- und Sozialausschuss noch im Hauptausschuss Anklang. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass der Stadtrat das Stadtfest 2020 ausfallen lassen möchte, knappe Kassen hin oder her. „Ein Stadtfest gehört zu Wolmirstedt...“, „...liegt uns allen am Herzen...“, sagten Rebecca Lange (KWG Börde) und Swen Pazina (CDU) bereits am Mittwochabend im Kultur- und Sozialausschuss.

Auch im Hauptausschuss zog niemand in Erwägung, das Stadtfest 2020 ausfallen zu lassen. Diese Option ist wohl vom Tisch. Allerdings plädierte Felix Zietmann (AfD) für die traditionelle Form, nämlich, das Stadtfest wie gehabt allein am dritten Juniwochenende zu feiern. Damit folgt er dem dritten Vorschlag der Verwaltung. Demnach würde das Stadtfest am Donnerstag, 18. Juni, mit einer Seniorenveranstaltung beginnen und am Sonntagabend, 20. Juni 2020, enden.

Juni für Stadtfest gesetzt

Das dritte Juniwochende ist seit 1991 für das Stadtfest gesetzt. Der Stadtrat hatte sich seinerzeit sich auf die Verkündigung von „Willkür und Statuta“ im Jahr 1591 bezogen. Das ist eine Art Stadtrecht, die vor 428 Jahren am Sonntag nach Trinitatis in Kraft getreten ist, einem Fest im Kirchenjahr. Der Sonntag gehörte zu einem dritten Juniwochenende. An die Verkündung von „Willkür und Statuta“ erinnert in jedem Jahr die historische Ratssitzung, bei der sich echte Ratsherren und -damen in historischen Kostümen Wortgefechte um Wolmirstedts Wohlergehen liefern.

Das Stadtfest nach dieser klassischen Art und Weise würde etwa 28.000 Euro kosten. Für die „Kulturmagnete 2020“ sind noch keine Kosten beziffert. Die Verwaltung will gezielt Sponsoren für einzelne Veranstaltungen suchen, auch Schirmherrschaften einzelner Stadtratsmitglieder seien denkbar.

Kassen sind knapp

Die Kassen sind knapp, Wolmirstedts Haushalt rutscht im nächsten Jahr ins Minus. Es gibt weniger Geld vom Land und die Stadt muss mehr an den Kreis abführen. Deshalb wird bei freiwilligen Aufgaben genauer hingeschaut. Damit trotzdem schon jetzt geplant werden kann, hat die KWG-WWP-FDP-FUWG-Fraktion beantragt, 15.000 Euro für das Stadtfest in den Haushalt einzustellen. Das wurde bisher befürwortet. Doch wie beim Stadtfest-Konzept gilt auch hier: Das letzte Wort gebührt dem Stadtrat. der tagt am Donnerstag, 5. Dezember, um 18 Uhr im Ratssaal.