Hermsdorf l Wenn André Liese als Ortswehrleiter der Hermsdorfer Feuerwehr in die Einsatzstatistik des vergangenen Jahres blickt, stellt er fest, dass der größte Teil der Einsätze durch Brandmeldeanlagen verursacht worden ist. Von den 59 Einsätzen, zu denen die Hermsdorfer Kameraden insgesamt im vergangenen Jahr ausgerückt sind, hieß bei 21 das Einsatzstichwort „Auflauf Brandmeldeanlage“. „Die Einsätze infolge der Auslösung der Brandmeldeanlage im Elbepark waren zumeist nicht auf technischen Ausfall, sondern auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen“, unterstrich der Ortswehrleiter rückblickend auf der Jahreshauptversammlung der Ortswehr.

17 Einsätze waren Technische Hilfeleistungen, unter anderem auch nach mehreren Sturmereignissen, und 13 Einsatzalarmierungen infolge von Bränden ausgelöst. Zudem wurden die Kameraden zur Beseitigung von Ölspuren, zur Tragehilfe für den Rettungsdienst sowie zur Rettung hilfloser Personen hinter verschlossenen Türen angefordert. „Die Einsätze wurden von insgesamt 400 Kameraden gefahren und nahmen eine Einsatzzeit von 297 Stunden in Anspruch“, erklärte André Liese und verwies darauf, dass seine Wehr im vergangenen Jahr zu elf Einsätzen mehr als im Jahr 2016 alarmiert worden ist.

2085 Ausbildungsstunden geleistet

Zudem kann er seinen Kameraden einen guten Ausbildungsstand bescheinigen. Um diesen weiterhin zu halten und auszubauen, haben die Hermsdorfer Feuerwehrleute auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Ausbildungsstunden am eigenen Gerätehaus sowie Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene bewältigt. „Wir hatten insgesamt 2085 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung“, fasste der Ortswehrleiter es in Zahlen.

Und die „Zahlenspiele“ gingen noch weiter: Zum Jahresende hatte die Hermsdorfer Feuerwehr insgesamt 54 Mitglieder. 30 von ihnen waren in der Einsatzabteilung aktiv, darunter vier Frauen. In der Alters- und Ehrenabteilung halten sechs Mitglieder der Wehr noch die Treue. Jeweils neun Mitglieder werden in der Kinder- und der Jugendfeuerwehr an die Arbeit der Feuerwehr herangeführt.

Auch beim Feuerwehrnachwuchs hält der Dienstplan in den regelmäßigen Diensten – die Kinderfeuerwehr trifft sich auf dem Gelände von Kita und Schule, die Jugendfeuerwehr im Gerätehaus viele spannende Themen bereit, wie Jugendwartin Michaela Liese zu berichten wusste. Für Abwechslung haben zudem einige Ausflüge, beispielsweise zur Wache des Rettungshubschraubers in Magdeburg, gesorgt. Ebenso wie die aktiven Kameraden binden sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr regelmäßig in das kulturelle Leben des Dorfes ein. Als Ereignisse in dieser Hinsicht nannte André Liese beispielsweise das Osterfeuer, den Martinsumzug, den Weihnachtsmarkt und die Feste der Kindertagesstätte. „So tragen wir dazu bei, die Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft, der Kita, der Grundschule und dem Sportverein fortzuführen“, erklärte er weiter.

Premiere eines Knut-Festes

Einsatzbereit waren die Kameraden außerdem, um die Zusammenarbeit mit den anderen Ortswehren der Einheitsgemeinde weiter auszubauen. So unterstützten sie die Grundausbildung und die Ausbildung an der Drehleiter von Kameraden auf Gemeindeebene.

Die Feuerwehr unterstützt aber nicht nur die Feierlichkeiten im Ort und darüber hinaus, sondern hat sich 2017 auch Gäste ans eigene Gerätehaus geladen. So waren die Premiere des "Knutfestes" im Januar und der Tag der offenen Tür im Feuerwehrgerätehaus im September besondere Höhepunkte, die die Kameraden selbst gestalteten. Sie waren gelungen und verlangen nach einer Wiederholung.