Rogätz l Dabei hat sich alles wieder so hoffnungsfroh angelassen, berichtet Bruno Buckler. „Unser hiesiges Storchenpaar ist am 27. März und 3. April aus Afrika auf ihren Horst zurückgekehrt und hat vier gelegte Eier bebrütet.“ In diesem Jahr sei das in jedem Jahr übliche Gerangel um diesen bevorzugten Horstplatz allerdings besonders heftig gewesen. Immer wieder habe das Paar Angriffe von bis zu vier Störchen gleichzeitig abwehren müssen. „Scheinbar ist dabei am 30. April ein Elterntier getötet worden. Das noch eine Woche lang allein weiterbrütende Weibchen musste schlussendlich aufgeben und dem neuen Paar Platz machen“, vermutet Buckler. „Möglicherweise haben Passanten etwas beobachtet, verfügen über gesicherte Erkenntnisse und können zur Aufklärung beitragen“, bittet Bruno Buckler um Unterstützung.

Naturgemäß haben die neuen Besitzer am 12. Mai zuerst einmal die vier Eier entsorgt und diese über den Horstrand 20 Meter in die Tiefe stürzen lassen – nur etwa eine Woche vor dem Schlüpfen der Jungstörche. „Das neue Paar machte sich aber nun nicht daran, das Nest zu pflegen und noch einmal selbst zu brüten; nein, dessen Verhalten deutet darauf hin, dass es sich um sehr junge, gerade einmal zwei Jahre alte Jungstörche handelt“, vermutet Buckler.

Nach ihrem Jungfernflug im Jahr 2014 nach Afrika bleiben Jungstörche üblicherweise im Folgejahr 2015 dort in Afrika und kehren erst ab dem zweiten Jahr, also jetzt in 2016, nach Europa zurück. Hier angekommen, sind sie aber noch nicht zeugungsfähig und unreif, die schweren Aufgaben der Horstpflege und der Brut und Aufzucht von Nachwuchs zu leisten. „Allerdings sind sie, wie wir hier leidvoll erfahren mussten, stark genug, einen schon bebrüteten Horst im Kampf zu erobern“, lautet das Fazit der Familie Buckler.

Es bleibt die Hoffnung, dass die Störche im nächsten Jahr 2017 alles wieder gut machen und möglichst viele gesunde Jungstörche aufziehen. „Wir haben unseren Teil hierfür jedenfalls inzwischen mit der Erneuerung der Horst-Umrandung getan, um einen ausreichend großen und vor allem sicheren Nistplatz bereit zu stellen“, erklärt Bruno Buckler.