Angern l Bauunternehmer Kurt Rudnick hat ein Herz für Störche. „Als der Sturm den Mast umgekippt hat und das Nest dabei zerstört wurde, habe ich gleich Pläne geschmiedet, wie man das künftig verhindern kann“, erzählt der Storchenfreund.

Gesagt, getan. Kurt Rudnick ließ ein tonnenschweres Betonfundament gießen, in dem ein sieben Meter langer Stahlbetonmast verankert ist. Die Konstruktion wurde vor einigen Tagen zwei Meter tief in die Erde gebracht. „Die ist jetzt sturmsicher“, ist Rudnick felsenfest überzeugt.

Alter Mast durch Sturm zerstört

An der Spitze des Betonmastes wurde das Grundgestell für das Nest wieder montiert. Doch um den Störchen den Nistplatz wieder schmackhaft zu machen und sie wieder nach Angern zu locken, sollte das Nest schon ein wenig „wohnlich“ gestaltet werden. Dazu holte sich Kurt Rudnick einen Fachmann.

Herbert Bilang aus Colbitz, ausgewiesener Vogelexperte und langjähriger stellvertretender Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), kam am Mittwoch nach Angern. Auf der Schaufel eines Radladers fuhr Herbert Bilang in die luftige Höhe des künftigen Nistplatzes. Mit dabei hatte er Stöcke und Reisig. Damit überdeckte der erfahrene Naturschützer zunächst die Metallkonstruktion und polsterte dann das Nest aus.

Tonnenschweres Fundament

„Das sollte genügen, um ein nistfreudiges Storchenpaar anzulocken“, war sich Herbert Bilang nach Ende der Aktion sicher. Dabei wies er auch darauf hin, dass der Weißstorch der Wappenvogel des Naturschutzbundes ist.

„Hier haben immer Störche gebrütet“, berichtete Anwohner Bernd Brade, der das Geschehen aufmerksam verfolgte. „Früher war das Nest immer auf dem Schornstein der alten Molkerei.“

Als der vor etwa 20 Jahren abgerissen werden musste, sprang Kurt Rudnick schon einmal in die Bresche. „Ich hatte damals Kontakt zu Dr. Christoph Kaatz vom Storchenhof Loburg aufgenommen. Daraus entwickelte sich die Idee, hier den Holzmast für ein Storchennest aufzustellen.“

Helfer sorgen für Gemütlichkeit

Diese Aktion verlief erfolgreich. Alljährlich ließ sich hier ein Brutpaar nieder. „In jedem Jahr wurden zwei bis drei Jungstörche großgezogen“, freut sich Kurt Rudnick. Allerdings war das im vergangenen Jahr anders. „Da haben hier offensichtlich noch junge Störche das Nest bewohnt. Jedenfalls haben sie nicht gebrütet“, hat Bernd Brade beobachtet.

Jetzt hoffen alle Beteiligten an der Aktion, dass bald die ersten Störche aus ihrem Winterquartier zurückkehren. „Aber bislang gibt es noch keine Meldungen, dass Störche in Sachsen-Anhalt gesichtet wurden“, so Herbert Bilang. Das sei wohl angesichts der bevorstehenden Kälteperiode auch ganz gut.