Wolmirstedt l Ein Walze rollt über den Asphalt. Die schwarze Straßendecke zieht sich glatt und eben von der Kreuzung Samsweger Straße bis zu den Kindertagesstätten „Ohrespatzen“ und „Pusteblume“. Ab dem 13. August, 8 Uhr, dürfen darauf wieder Autos rollen. Auch die Parkplätze sind wieder nutzbar. Bis dahin gilt jedoch striktes Fahrverbot.

Bauingenieur Andreas Kasprzok warnt davor, die Straße schon auf irgendeine Weise im Vorfeld zu benutzen. Das könnte die Sperrung unnötig verlängern. „Rillen oder punktuelle Belastung auf dem Asphalt bedeuten Nacharbeiten.“ Ansonsten ist die Straße vor den Hausnummern 1 bis 42 wieder frei.

Stichstraßen werden zu Baustellen

Ein Bauarbeiter rückt ein letztes Mal die Absperrbaken auf der Straße aneinander. Auf dem Fußweg müht sich ein Herr Schritt für Schritt voran, wird rechts gestützt von einer Frau, links von einer Gehhilfe, bis er sein Auto erreicht. Auch diese Patienten können ab dem 13. August aufatmen, denn die Parkplätze gegenüber der Physiotherapie sind dann wieder nutzbar. Auch den Anwohnern stehen dann wieder gut 100 Parkplätze zur Verfügung. Lediglich zwei Parktaschen bleiben in diesem Bereich auf Grund der Bauarbeiten noch geschlossen.

Die Bauarbeiten werden Richtung Harnisch-Schule fortgesetzt. Ab Montag, 20. August, werden die Stichstraßen mit den Hausnummern 43 bis 54 zur Baustelle. Die gesamten Bauarbeiten sollen im November abgeschlossen sein.

Die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, stehen gut. „Mittlerweile sind 95 Prozent der Trinkwasserleitungen und Abwasserkanäle in der Erde verlegt“, sagt der Bauingenieur, „es fehlen nur noch 90 Meter.“ Bisher wurden schon 1050 Meter Trink- und Abwasserleitungen im Wohngebiet erneuert. Seit Juni steht der Straßenbau im Vordergrund. Und der verlangte von den Bauarbeitern in diesem Super-Sommer eine Menge ab. „Bei sengender Hitze, einhundert Grad von unten und 37 Grad von oben haben sie akribisch Meter für Meter die Schwarzdecke aufgebracht“, berichtet Norbert Franke, Pressesprecher des Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WWAZ).

Stadt beteiligt sich an den Kosten

Der WWAZ ist Bauherr dieser Neuverlegung der Wasser- und Abwasserkanäle. Die waren zum Teil völlig marode, deshalb wurden rund 1,65 Millionen Euro investiert. Nach Kanalbauarbeiten müssen Straßen wieder hergestellt werden und streng genommen hätte der WWAZ nur seine benötigte Straßenseite wieder herrichten müssen. Doch das gefiel weder Stadt noch Stadtrat. Deshalb haben sie beschlossen, gut 100.000 Euro für eine geschlossene Asphaltdecke dazuzugeben. Das Geld war im Stadthaushalt ohnehin für diese Baumaßnahme vorgesehen, gut 500.000 Euro für die Beteiligung am Regenwasserkanal waren eingeplant. Der wurde günstiger, das Geld fließt in den Straßenbau.

Abgesehen davon stehen im Stadthaushalt des kommenden Jahres 675.000 Euro für neue Gehwege und Straßenlampen bereit. An der Finanzierung werden die Anlieger beteiligt, das sind in der Straße der Deutschen Einheit ausnahmslos Wohnungsgesellschaften.

Die Baufirma hat bisher während der Bauarbeiten viel Verständnis der Anlieger erfahren. Auch die Eltern, die ihre Kinder nicht bis vor die Kita fahren konnten, haben sich offenbar mit längeren Fußwegen abgefunden. Ohrespatzen-Leiterin Petra Bierotte sind jedenfalls keine nennenswerten Beschwerden bekannt.