Meitzendorf l Peter Hiller ist stinksauer. Der Ortsbürgermeister von Meitzendorf steht an der Einfahrt auf einem Feldweg an der Landstraße 47 östlich seines Heimatortes in Richtung Barleben. Fassungslos zeigt er auf eine ausgefahrene Spur im Feld. Die stammt von Autos, die einen extra aufgestellten Poller und einen Findling umfahren, die das eigentlich verhindern sollen.

Schon seit Jahren nutzen uneinsichtige Autofahrer den Feldweg, der die Landstraße 47 mit der Jersleber Chaussee im Norden beziehungsweise der Straße Siedlung in Meitzendorf verbindet. Nicht nur Pkws seien hier unterwegs, auch größere Autos bis hin zu Lastkraftwagen donnerten verbotenerweise die Abkürzung entlang. Sie kürzen damit einen Umweg durch das Dorf ab. „Doch der Weg ist ausschließlich für die Landwirtschaft bestimmt“, erklärt Peter Hiller. Tatsächlich dürfen hier nur Mähdrescher, Traktoren und Co fahren, beispielsweise um zu den Stallungen auf halbem Wege zu gelangen. Doch viele Autofahrer interessiert das offenbar nicht, zum Leidwesen der Gemeinde und des betroffenen Agrarbetriebes.

Verstärkte Kontrollen

„Der Weg, auch wenn er gut ausgebaut ist, ist nicht für den Individualverkehr geeignet“, betont der Ortschef. Wenn sich beispielsweise zwei Autos begegnen, reicht der Platz zum Ausweichen nicht aus. „Dann wird einfach ins Feld gelenkt. Das hat zur Folge, dass Kannten wegbrechen und der Acker geschädigt wird“, führt Peter Hiller weiter aus.

Polizei und Ordnungsamt hätten schon mehrmals kontrolliert. Dabei seien auch Sünder ins Netz gegangen. Nur eine nachhaltige Wirkung sei ausgeblieben. Deshalb hat vor rund sechs Wochen die Gemeinde die Initiative ergriffen und einen Poller errichtet sowie einen Findling so positioniert, dass es Autofahrern unmöglich gemacht werden sollte, die ­schmale Asphaltstraße zu nutzen. Den Asphalt hat der Agrarbetrieb ausgebracht, um den Weg zu verfestigen.

Doch all der Aufwand hat sich ganz offensichtlich bisher nicht gelohnt. Denn trotz Poller und Findling haben sich die Autofahrer irgendwie einen neuen Weg gesucht. Dieser führt relativ weiträumig an Poller und Findling vorbei. Doch weil der Weg nicht breit genug ist, weichen die Autofahrer in einem großen Bogen über das Feld aus.

Im Ergebnis hat sich über mehrere Wochen ein ausgefahrener Graben gebildet. Hier können keine Ackerfrüchte mehr gedeihen. Für den Landwirtschaftsbetrieb bedeutet das einen herben Einnahmeverlust, wie der Ortsbürgermeister erklärt. „Ich empfinde das als eine Frechheit, einfach über das Feld zu fahren. Wie hemmungslos diese Autofahrer doch sind“, schimpft Peter Hiller. Doch aufgeben möchte er nicht. So kündigte er an, gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung künftig ein Auge auf die Situation zu haben. Polizei und Ordnungsamt würden nun des öfteren hier kontrollieren.