Wolmirstedt l Wird der Gleichstrom über den SuedOstLink per Erdkabel oder Freileitung nach Bayern transportiert? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Netzbetreiber 50 Hertz. Den aktuellen Stand der Planungen stellten die Mitarbeiter Axel Happe und Christian Arnold vor. Fast 30 Bürger besuchten das Infomobil in der Fußgängerzone.

Derzeit sieht es so aus, als würde dieser Gleichstrom westlich von Magdeburg per Freileitung transportiert werden. Die Gemeinden des Börde- und des Salzlandkreises haben sich dafür ausgesprochen. Nun hat 50Hertz den 1000 Meter breiten Korridor ermittelt, in dem die Freileitungen gesetzt werden können. Die Detailplanung soll im ersten Halbjahr 2019 fertig sein und an die Bundesnetzagentur übergeben werden.

Trasse soll 2025 fertig sein

2025 soll der Gleichstrom von Wolmirstedt bis ins bayrische Isar fließen. Wolmirstedt ist Ausgangspunkt, weil hier im Umspannwerk der Windstrom des Nordens eingesammelt wird, den die Industrie des Südens dringend braucht. Der Strom kommt jedoch als Wechselstrom an, braucht also einen Konverter, der ihn in Gleichstrom umwandelt. Auch der soll in Wolmirstedt errichtet werden.

Aber warum Gleichstrom? Der lässt sich verlustfreier transportieren als Wechselstrom. Lässt sich eine 380-kV-Leitung mit einem Intercity vergleichen, so wäre die Gleichstromtrasse mit 500 kV der Transrapid. Aber es gibt einen Haken. Sie verfügt nur über einen Anfangs- und einen Endpunkt. Abzweigungen unterwegs sind nicht möglich und auch nicht vorgesehen. In Isar bei Landshut würde der Gleichstrom wieder in Wechselstrom zurückverwandelt.

Besonders Bayern hat auf einem Erdkabel bestanden, wollte keine Masten. Freileitungen schonen jedoch den Bördeboden, Gewässer oder Felsen lassen sich leichter überbrücken.