Zielitz l Der Kalibergbau in Zielitz begann im Jahr 1960 mit Erkundungsbohrungen. Mit Erfolg, denn es wurde die größte Kalilagerstätte in der ehemaligen DDR entdeckt. 1964 wurden die ersten Schächte angelegt. 1969 begann im Bergwerk die Rohsalzförderung und 1973 die Kaliproduktion im Mehrschichtsystem.

Wie in der Vergangenheit strömten erneut tausende Besucher am Sonntag, 26. Mai 2019, auf das Veranstaltungsgelände vor dem Bergmannssaal des Kali-Werkes. Mit donnernden Paukenschlägen nahm die Veranstaltung Punkt 12 Uhr Fahrt auf. Dafür war die Taiko-Gruppe „Higashi Daiko“ des HKC Magdeburg-Barleben verantwortlich. Nach diesem furiosen Auftritt stimmten Bergmannskapelle und Chor des Bergmannsvereines „Scholle von Calvörde“ das Steigerlied an. Die versammelten Besucher ließen sich nicht lange bitten und sangen lautstark mit.

Offenen Türen bei vollem Betrieb

Danach eröffnete Werkleiter Dr. Holger Hoppe die Veranstaltung. Er begrüßte alle Gäste, unter ihnen Landrat Martin Stichnoth, Verkehrsminister Thomas Webel, Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette (alle CDU), die anwesenden ehemaligen Werkleiter sowie Heidekönigin Sarah II.

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„Wir verstehen uns als Partner der Region und wollen es auch zukünftig für alle bleiben. Deshalb freut es mich umso mehr, dass wir heute Gelegenheit haben, uns ganz nah zu zeigen und mit Ihnen gemeinsam diese Veranstaltung zu feiern.“ Das Werk Zielitz habe sich zu einem der modernsten und leistungsfähigsten Kali-Werke der Welt entwickelt. „Unser Kaliumchlorid, das wir in der Tiefe – zwischen 500 und 1300 Metern – gewinnen und über Tage veredeln, ist und bleibt ein wichtiger Baustein zur Welternährung. Rund zwölf Millionen Tonnen jährlich stellen wir her“, machte Holger Hoppe deutlich. „Wir als Mannschaft sind stolz darauf, Ihnen unser Werk zeigen zu können. Und das bei vollem Betrieb, trotz Tag der offenen Tür und Sonntag fahren die Kollegen heute eine freiwillige Produktionsschicht unter Tage. Das zeigt auch, dass wir hohen Produktionsbedarf haben.“ Weltweit wettbewerbsfähig sei das Werk allemal – und werde es bis weit über das Jahr 2070 hinaus, dank der Vorräte, die hier noch liegen, sein können.

Grußworte an die Gäste richteten Verkehrsminister Thomas Webel, Landrat Martin Stichnoth und Verbandsgemeinde-Bürgermeister Thomas Schmette. Sie betonten allesamt die Wichtigkeit des Kali-Werkes für die Entwicklung der Region. „Die Kumpel in Zielitz sorgen dafür, dass die Welt Kali zur Verfügung hat. Sie schaffen aber auch Werte für die Region. Darauf können wir stolz sein“, machte Thomas Webel deutlich.

Tombola-Erlös für "Wünsche-WAgen"

Mädchen und Jungen aus der Grundschule Zielitz sowie den Kitas „Pusteblume“ Wolmirstedt, den Loitscher „Lausbuben“ und dem Zielitzer „Zwergenparadies“ übernahmen dann das Zepter und gestalteten ein hübsches Programm. Die „Sweet Crazy Devils“, Sportakrobaten, das OK-live-Ensemble, Saxophonist Noah-Benedikt, „Flunder“ und „Ventura Fox“ hielten bis gegen 17.45 Uhr den Feierpegel hoch. Dann nahte ein großer Moment: Die Gewinner der Grubenfahrtverlosung wurden ausgerufen. Insgesamt 14 Glückliche haben nun die Möglichkeit, selbst einmal in das Bergwerk des Kali-Werkes einzufahren und die anspruchsvollen Arbeitsbedingungen der Kumpel kennenzulernen. Unter der Woche hatte bereits die Volksstimme für drei Grubenfahrten je sieben mal zwei Tickets verlost. Der Tombola-Erlös, etwa 1700 Euro, kommt in diesem Jahr dem sogenannten „Wünsche-Wagen“ zugute.

Während sich tagsüber die jungen Besucher im großen Kinderareal auf Hüpfburgen oder beim Kinderschminken, nutzten Eltern und Großeltern die Gelegenheit, sich im Informationszelt des Kali-Werkes über die Rohstoffförderung, die Produkte des Werkes sowie die anstehenden Großprojekte wie beispielsweise die Haldenkapazitätserweiterung zu informieren. 550 Besucher nahmen die Werksführungen unter die Füße. Für sie standen neben Informationen zur Kaligewinnung viele Eindrücke von Produktion und Technik.

Anders als 2018 tuckerten diesmal zwei Bimmelbahnen durch die Gegend. Und die waren gut ausgebucht, wie die Zahl der Fahrgäste unterstrich. Großer Andrang herrschte auch bei den Haldenfahrten, bei denen etwa 2500 Gäste per Bus auf die Halde 2 des Kaliwerkes, den sogenannten „Kalimandscharo“, gefahren wurden. Von dort oben genossen sie einen spektakulären Blick über das Kali-Werk und die Region. Noch besser gestaltete sich die Aussicht derer, die sich für einen Rundflug mit dem Helikopter entschieden hatten.