Wolmirstedt l Die stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins, Karin Schulz, und Pressesprecherin Evelin Horwitz kümmern sich gerade um zwei Weimaraner-Hunde. Die beiden Gäste der Tierpension haben es ganz kuschelig im Büro. „Sie kommen natürlich auch an die frische Luft“, versichert Karin Schulz. „Wir haben derzeit auch fünf Hunde-Dauergäste, die wir bei den extremen Temperaturen ab und an zum Aufwärmen nach drinnen holen.“ Besser wäre es allerdings für die Vierbeiner, wenn sie ein echtes Zuhause finden würden.

25 Katzen zu Gast

„Im Augenblick beherbergen wir zusätzlich noch 25 Katzen, darunter sind auch sogenannte Freigänger“, erzählt die Pressesprecherin. „Einfach ist es für die Tiere bei der herrschenden Kälte nicht. Zum Glück gab es in den letzten Tage keine halb erfrorenen Zugänge.“

In den zurückliegenden Wintern haben das Personal und die ehrenamtlichen Mitarbeiter solche Fälle zur Genüge erlebt. „Eine besonders schockierende Sache hat uns kürzlich beschäftigt“, berichtet Evelin Horwitz. „In Irxleben wurde ein Kätzchen in einer Mülltonne gefunden. Es war, mitsamt Futter und Spielzeug, in eine Plastiktüte gestopft und auf diese unfassbare Weise ,entsorgt‘ worden.“

Tier in Mülltonne "entsorgt"

Ein Anwohner hatte das Tier entdeckt und das Heim in Wolmirstedt informiert. „Die kleine Katze wurde gerettet und dann von uns wieder aufgepäppelt“, sagt Karin Schulz. „Man kann es schon einen besonderen Glücksfall nennen, dass wir sie außerdem vermitteln konnten.“ Solche Erlebnisse nehmen die Mitarbeiter und Ehrenamtler persönlich sehr mit. Selbst bei der Schilderung der Geschichte stehen der stellvertretenden Vorsitzenden Tränen in den Augen.

Sie erinnert sich an eine Stafford-Hündin, die über Nacht mitten im Schneetreiben an den Zaun des Heims angebunden worden war. „Wir haben das arme Tier am Morgen entdeckt und sie sogleich in Pflege genommen“, versichert die Pressesprecherin. „Die Polizei hat übrigens einen Schlüssel für unseren Außenzwinger. Sollten herrenlose Tiere in diesen Tagen aufgegriffen werden, landen sie automatisch bei uns und werden sofort entsprechend versorgt.“ Die Kapazitäten dafür seien vorhanden.

Ein Außenzwinger für Neuzugäng

Die Mitarbeiter bereiten sich derzeit schon einmal auf den im April und März zu erwartenden Andrang an jungen Kätzchen vor. „Das ist in jedem Jahr so und wir stellen uns schon einmal darauf ein“, sagt Karin Schulz. „Unerwünschter Nachwuchs landet dann einfach bei uns.“ So finden sich oft genug zugeklebte Kartons vor dem Eingang zum Heim. „Es ist unglaublich, wie manche Menschen mit Tieren umgehen“, befindet sie. „Mittlerweile gibt es kaum noch etwas, was wir nicht schon gesehen haben. Da muss man schon sehr stark sein.“

Ohne die Hilfe von Ehrenamtlern geht bei den Tierschützern kaum etwas. „Die Arztkosten fressen einfach unsere Finanzen auf“, erklärt Evelin Horwitz. „Eine Katze entsprechend zu behandeln – dazu zählen Kastration und Impfung – schlägt beispielsweise mit etwa 80 Euro zu Buche.“ Geld verdiene der Verein so nicht. Ab heute bekommen die Mitarbeiter Verstärkung im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes.

„Für ein Jahr unterstützen uns zwei Männer“, sagt die Pressesprecherin. „Für den sogenannten Girls-Day am 26. April sind wir dieses Mal schon voll ausgebucht.“ Auch die Arbeitsgemeinschaft mit der Gutenbergschule sei eine gute Sache. „Neben Futterspenden ist uns jede Unterstützung willkommen“, sagt Karin Schulz. „So hilft uns beispielsweise Rolf Böser aus Barleben als Katzenstreichler. Das ist eine wichtige Aufgabe, um die Tiere auf diese Weise an den Menschen zu gewöhnen.“