Barleben l Nach mehr als einem Jahr hatte die Gemeinde Barleben Ende 2015 wieder zu einem Unternehmerfrühstück Landwirtschaft eingeladen. Für Landwirte aus den Gemeinden Barleben und Niedere Börde, landwirtschaftliche Betrieben und Agrargenossenschaften ist dieses Zusammenkommen ein wichtiges Forum zur Vernetzung und zum Austausch von Informationen. Sie können so Wege finden, ihre Betriebe zu stärken und ihre Produkte weiter in der Region herzustellen.

Mit Blick auf die lange Pause zwischen dieser Veranstaltung und der vorangegangenen äußerte Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff gleich zu Beginn, dass ein sinnvoller Rhythmus gefunden werden muss, damit dieses Forum weiterhin seinen Zweck erfüllt. Der Bedarf sei da. „Die Landwirtschaft ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserer Region“, so Keindorff.

Gastgeber der Veranstaltung war die Agrar-Genossenschaft Magdeburg-Nord. Die Genossenschaft ist seit mehr als 20 Jahren rund um Barleben und die Niedere Börde aktiv, informierte Geschäftsführer Clemens Meißner. Von den 33 Genossenschaftsmitgliedern sind 22 direkt in den Betrieb eingebunden und arbeiten auch in der Bewirtschaftung der Flächen.

Das Unternehmen mit Sitz in Magdeburg betreibt hauptsächlich Getreideanbau. „Die Getreideproduktion macht einen Anteil von etwa 49 Prozent der Produktion aus“, so Meissner.

Die übrigen Anteile verteilen sich auf den Gemüseanbau (Zwiebeln, Bohnen, Spinat) sowie Raps und Rüben. Insgesamt bewirtschaftet die Genossenschaft 820 Hektar Ackerfläche in der Region und sorgt für Arbeitsplätze in der Landwirtschaft.

Blick hinter die Kulissen

Zu den Referenten beim Unternehmerfrühstück zählte auch Ralph Sutter von der Magdeburger Getreide GmbH. Der Spezialist für Getreidehandel gab tiefe Einblicke in das Getreide- und Ölsaatengeschäft und erläuterte Zusammenhänge von Getreideabsatz und Währungskursen.

Sutter erläuterte den Landwirten aus Barleben und der Niederen Börde die Auswirkungen der aktuellen Währungskurse auf ihre Unternehmen vor Ort so: Ausländische Einkäufer bekommen momentan deutsche Produkte zu günstigen Preisen. „Davon profitiert auch der Getreidehandel in unserer Region und natürlich Sie als Anbieter“, erklärt Sutter den Landwirten beim Unternehmerfrühstück.

Allerdings werden nur 30 Prozent des deutschen Getreides überhaupt exportiert. 30 Prozent werden von Getreidemühlen im Land zu Mehl weiterverarbeitet und 40 Prozent wandern in die Futterproduktion.

Vertreter der Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt GmbH informierten die Gäste des Unternehmerfrühstücks Landwirtschaft über das neu aufgelegte Programm „BB Agrar“. Bisher gab es in Sachsen-Anhalt speziell für landwirtschaftliche Unternehmen kein Bürgschaftsangebot.

Mit einem neuen Angebot ermöglicht die Bank nun zum Beispiel Jungbauern in der Region, schneller an einen Kredit zum Einstieg in die Landwirtschaft zu kommen. Auch kostspielige Investitionen auf den Höfen ließen sich per Bürgschaftsbank einfacher über einen Kredit finanzieren als bisher. So ließen sich leichter landwirtschaftliche Produktionsbetriebe in der Region halten.