Wolmirstedt l „Der Gerber ist hin.“ Das macht den Künstler Werner Bruning traurig. Der Bildhauer lebt in der Nähe von Münster in Westfalen und hat die zerstörte Plastik in eine Gießerei gebracht, ein Gutachter nahm sie genau unter die Lupe. „Es hat auch Schweißnähte im oberen Bereich angehoben und ausgebeult.“ Die Diagnose lautet: Totalschaden.

Ursache war eine Sprengung in der Nacht zum 29. März 2019 durch Unbekannte. Vermutlich haben sie Pyrotechnik eingesetzt. Teile des Bronzebrunnens waren dabei bis zu 50 Meter weit geflogen, der Waschbottich war komplett zerfetzt, Anwohner hatten von einem ohrenbetäubenden Knall gesprochen. Die Täter wurden nicht ermittelt.

Neue Figur möglich

Trotz des Schadens kann Wolmirstedt wieder eine Gerberfigur bekommen. Der inzwischen pensionierte Künstler könnte nach altem Modell einen neuen Gerber schaffen. Steht eine Finanzierung, kann der Brunnen auf der Schlossdomäne im nächsten Jahr wieder vollständig sein.

Im Wesentlichen ist der Schaden durch die Versicherung abgedeckt. Im Rathaus wird die genaue Finanzierung derzeit geprüft, damit sie dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden kann.

Indes hat sich der Stadtrat für eine Videoüberwachung der Schlossdomäne entschieden. Schon vor der Sprengung des Gerberbrunnens hat es in diesem Areal viele Schäden durch Vandalismus gegeben, außerdem wurde dort viel Unrat hinterlassen. „Derzeit läuft die Ausschreibung für die Videoüberwachung“, heißt es aus dem Rathaus. Bis die angebracht ist, kontrollieren an Freitag- und Sonnabendabenden die Mitarbeiter einer Wach- und Schließgesellschaft, auch Mitarbeiter des Ordnungsdienstes. Es heißt, besondere Vorkommnisse gebe es derzeit nicht.