Gutenswegen l Mehr als zehn Jahre haben die Gutensweger auf diesen Tag gewartet. Das Bürgerhaus hat am Freitagmorgen eine Fluchttreppe erhalten. Mitarbeiter einer Firma aus Groß Ammensleben begannen gegen 7.30 Uhr damit, die eiserne Nottreppe an der Seite des Gemeindehauses zu montieren. Vorab war bereits das Fundament vorbereitet worden.

28 Stufen führen dort nun zum Obergeschoss des Gebäudes. Ortsbürgermeister Lothar Chelvier ließ es sich nicht nehmen, sie als einer der Ersten hinaufzusteigen – mit einem Lächeln im Gesicht. Die Freude ist deshalb groß, weil nun der große Saal in der oberen Etage endlich wieder richtig genutzt werden kann.

Statt 12 nun 80 Personen

Wie Lothar Chelvier erklärte, durften bisher nur zwölf Personen gleichzeitig den Saal nutzen – wegen der fehlenden zweiten Fluchtmöglichkeit. Nun dürfen bei Veranstaltungen wieder bis zu 80 Leute in den Saal.

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Vorher soll er jedoch erst einmal wieder etwas auf Vordermann gebracht werden. Spinnweben müssen entfernt, der Boden gewischt und die eine oder andere Wand vielleicht gestrichen werden. Dann jedoch ist er für die Vereine oder auch Privatpersonen wieder nutzbar. „Bürgermeister Stefan Müller hat dafür bereits grünes Licht gegeben“, sagte Lothar Chelvier. Mit einem kleinen Fest in den kommenden Wochen soll die Treppe dann auch noch einmal offiziell eröffnet werden.

Bisher war sie übrigens an der ehemaligen Grundschule in Gutenswegen befestigt. Weil diese jedoch nicht mehr genutzt wird, beantragten die Gutensweger im Gemeinderat, sie umsetzen zu lassen. Ein entsprechender Beschluss war bereits vor rund einem Jahr gefasst worden.

Übergangslösung hat ausgedient

Zuvor hatten Lothar Chelvier und die anderen Nutzer des Bürgerhauses, zu denen unter anderem der Chor, die Ortsgruppe der Volkssolidarität und der Heimatverein zählen, zehn Jahre dafür gekämpft.

Nach drei Stunden war die größte Arbeit am Freitag getan. Gegen 10.30 Uhr saß die Treppe in ihrer Verankerung, kleinere Schweißarbeiten wurden dann noch erledigt. „Die Treppe musste ein bisschen angepasst werden“, erklärte Lothar Chelvier.

Nun müssen die Vereine nicht jedes Mal Tische und Stühle aus der oberen Etage nach unten schleppen, wenn ein Vortragsabend ansteht oder der Chor sich trifft. Im Erdgeschoss durften die Vereine als Übergangslösung einen kleineren vermieteten Raum mit nutzen.

Wer den Saal später nutzen möchte, muss an die Gemeinde einen Obolus zahlen.