Samswegen l Der Sportplatz gibt ein trauriges Bild ab. Die Rasenfläche gleicht einer Huckelpiste, Wurzeln bahnen sich den Weg an die Erdoberfläche. Die derzeitige Trockenheit hat ihr Übriges getan – nach blühenden Pflanzen oder saftigem Grün sucht man hier vergebens. „Die Situation ist prekär. Der Saisonstart im August könnte ausfallen“, sagt Alexandra Cop, Vorstandsvorsitzende des SSV Samswegen, und schüttelt den Kopf.

Saisonstart bedroht

Dass der große Sportplatz am Ortsrand so heruntergekommen ist, liegt nicht in der Hand des SSV, sondern der Gemeinde Niedere Börde. Der Platz gehört zu den sogenannten freiwilligen Leistungen der Gemeinde. „Der Platz wird seit Jahren stiefmütterlich behandelt. Es ärgert mich“, sagt Alexandra Cop. Regelmäßig mäht die Gemeinde den Platz. „Diese Leistung übernehmen wir auf allen Sportplätzen in der Gemeinde, weil wir die nötige Technik haben“, so Reinhard Schimka, Leiter des Bauamtes Niedere Börde. Weitere freiwillige Leistungen außer der Pflege der Objekte gibt es nicht von Seiten der Gemeinde.

Dabei ärgern sich die Mitglieder des SSV Samswegen nicht nur über den desolaten Zustand der Anlage, sondern auch den hohen Preis. Etwa 17 Stunden in der Woche trainieren Sportler auf dem Platz. Pro Stunde ist ein Betrag von 17 fällig. Für die Nutzung der Sporthalle fallen 13 Euro an. Dieser Betrag wurde Anfang des Jahres erhöht. Zum Vergleich: In Dahlenswarsleben liegen die Preise bei 6 und 4 Euro. Das ist knapp ein Viertel weniger.

Hohe Entgelte

Für die Nutzung der Anlage muss sich der Verein außerdem an den Betriebskosten beteiligen. Diese liegen bei 53.000 Euro im Jahr. Davon zahlt der Verein etwa 10.000 Euro. Das sind 65 Prozent der Mitgliedereinnahmen. Von den 100 Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr und Person fallen also 65 Euro für die Betriebskosten weg. Damit ist der SSV von allen Vereinen der Gemeinde am höchsten finanziell belastet. Mit 280 Mitgliedern, davon 90 Kindern, ist er der mitgliederstärkste Verein in der Niederen Börde.

Vorgeschrieben werden die Preise von der Gebührenordnung. Warum sie jedoch so unterschiedlich ausfallen, ist nicht ersichtlich. Erst zu Beginn des Jahres wurden die Kosten für die Nutzung der Anlage erhöht. „Wir bezahlen also noch mehr Geld für eine noch schlechtere Qualität“, sagt Cop.

Neben ihrem Vorstand hat sich auch ein Amt im Gemeinderat inne: „Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich verstehe, dass die Gemeinde sparen muss. Ich verstehe aber nicht, wieso an dem Sportplatz nichts getan wird.“

Weitere Erhöhung geplant

Turnusmäßig wird 2018 die Gebührenordnung vom Gemeinderat überarbeitet. Erste Ergebnisse zeigen, dass laut neuer Gebührensatzung zwar 10.000 Euro an Betriebskosten im Jahr eingespart werden, der Preis für den Verein aber wieder steigt. Nach neuer Satzung stehen 17 Euro pro Stunde auf dem Platz an, in der Halle sind es 25 Euro. „Dabei sind die Trainingszeiten gleich geblieben“, resümiert Alexandra Cop.

Um den Sportplatz zu retten, wollen die Samsweger Sportler den Platz in Eigenregie sanieren. Dafür soll ein Brunnen entstehen, sodass eine Bewässerungsanlage das Austrocknen des Rasens verhindert. Außerdem muss der Platz geebnet werden und die „Schlaglöcher“ müssen entfernt werden. Insgesamt 7500 Euro wird das kosten. Etwa 5000 Euro wird der Verein übernehmen. „Das reißt uns ein Loch in die Vereinskasse“, so Cop. Der Landkreis Börde hat für den Brunnen bereits Fördermittel zugesagt.

Sanierung in Eigenregie

Die Gemeinde hat vorgeschlagen, dass die Mitglieder auf einen anderen Sportplatz der Niederen Börde ausweichen. „Wir übernehmen die Sanierung, weil wir hier spielen wollen“, so Cop. Dabei hat die Gemeinde die Pflicht, eine Turnhalle vorzuhalten, weil die Samsweger Grundschule im Ort ist – auch wenn die Kinder aufgrund von Sanierungsarbeiten zwei Jahre in Hillersleben unterrichtet werden.

Ob die Sanierung bis zum Saisonbeginn machbar ist, weiß die Vorstandsvorsitzende nicht. Zur Not muss doch ein Ausweichplatz gefunden werden.