Barleben l Auf dem Schulweg und in den Schulbussen geht es nicht immer einfach zu. Es wird gedrängelt, geschubst und es herrscht allzeit auch die Gefahr unvorsichtiger Autofahrer. Um dem entgegenzuwirken, hat die Verkehrswacht Sachsen-Anhalt vor fünf Jahren das Projekt „Schulweghelfer“ ins Leben gerufen. Im Landkreis Börde gibt es das Konzept seit drei Jahren und hat sich auch hier an mehreren Schulen bereits gut bewährt.

Nun wurde sich in der Barleber Gemeinschaftsschule für die Einführung der Schulweghelfer entschieden. „Zunächst gehen wir an die Schulen und stellen das Konzept vor. Wenn Interesse daran besteht, gehen wir in die Klassen und fragen, wer sich freiwillig als Schulweghelfer engagieren möchte“, erklärt Christian Bott von der Landesverkehrswacht wie es dazu kam. Sieben Schüler der siebten Klasse haben sich dazu bereit erklärt.

Von Antikonflikttraining bis Straßenverk

Innerhalb von vier Tagen haben sie alles Wichtige für ihre künftige Tätigkeit gelernt. Am Montag waren Mitglieder des Vereins Gewaltfrei Sachsen-Anhalt zu Gast und haben mit den Kindern Antikonflikttraining gemacht. Am Dienstag waren Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in der Barleber Gemeinschaftsschule, bei denen die Schüler einen Erste Hilfe-Kurs gemacht haben. Am Mittwoch haben sie sich mit der Straßenverkehrsordnung auseinandergesetzt und am Donnerstag kam das Unternehmen Bördebus mit einem Bus auf das Schulgelände, damit die Kinder das Erlernte praktisch üben konnten. Denn die Aufgaben eines Schulweghelfers sind vielfältig. „Sie sind Streitschlichter und Schülerlotsen; achten sowohl im Bus als auch auf den Schulwegen auf Ordnung und die Sicherheit ihrer Mitschüler“, zählt Christian Bott ihre wichtigsten Aufgaben auf. „Aber die Schüler sind keine Hilfspolizisten“, betont er.

Am gleichen Tag folgte noch eine schriftliche Prüfung. Alle Teilnehmer haben diese mit Bravour bestanden, so dass ihnen schließlich das Zertifikat als geprüfte Schulweghelfer überreicht werden konnte.

„Mir hat die Ausbildung sehr gut gefallen“, sagt Vincent Spereiter. Der Zwölfjährige habe es schon öfter erlebt, dass die Sitze in Bussen beschmiert wurden oder auch, dass jüngere Schüler während des Aufenthaltes im Bus drangsaliert wurden. Dagegen möchte er künftig etwas unternehmen. „Das Gute ist, dass wir in den Bussen ja dann meist zwei oder mehr Schulweghelfer sind, das macht es einfacher, auf die Leute zuzugehen“, zeigt sich der Siebtklässler zuversichtlich.