Wolmirstedt l Dieter Frinken war viele Jahre lang das Gesicht der Kreisverkehrswacht. Seit seinem Tod ist mehr als ein Jahr vergangen und für seine Mitstreiter war immer klar: es wird weitergehen. „Wir schaffen das, weil wir die Arbeit auf viele Schultern verteilen“, sagt der neue Vorsitzende Nico Knackmuß.

Die Aufgaben werden ehrenamtlich gestemmt. Trotzdem: „Unsere Projekte an Kitas und Schulen werden wir fortführen“, ist Nico Knackmuß sicher. Der junge Mann ist 23 Jahre alt und Polizist. „Schon von Berufs wegen ist es mir ein persönliches Anliegen, dass Menschen sicher im Straßenverkehr unterwegs sind. Ich hoffe, dass wir damit erreichen, dass es weniger Unfälle gibt.“

Deshalb beginnen die Kreisverkehrswachtler schon bei den Jüngsten mit der Verkehrserziehung. In Kitas bauen sie Rollerparcours auf, Kinder bis zur vierten Klasse können bei Fahrradturnieren beweisen, wie sicher sie auf dem Fahrrad unterwegs sind, ob sie die Verkehrsregeln und -zeichen kennen und anwenden können. Im vergangenen Jahr war die Verkehrswacht damit in 42 Schulen vor Ort. Für die älteren Kinder gibt es die KiS-Veranstaltungen. KiS steht für „Kinder im Straßenverkehr“ und erreichte im vergangenen Jahr 1300 Kinder.

Die Aktion „Junge Fahrer“ richtet sich an Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren. Zu ihnen kommt die Verkehrswacht unter anderem mit dem Überschlagsimulator, dem Gurtschlitten und der Rauschbrille in die Schulen. Mit der Rauschbrille kann jeder Jugendliche testen, wie sehr seine Reaktionsfähigkeit nach Alkoholgenuss eingeschränkt ist. Im Überschlagsimulator testen Personen, wie sie sich aus einem Auto befreien, dass nach einem Unfall auf dem Dach liegt. 2018 beteiligten sich 500 Mädchen und Jungen daran.

Auch die Seniorenschulungen unter dem Motto „sicher mobil“ sind beliebt, wurden 2018 an 17 Abenden genutzt. Auch sie werden fortgesetzt, Referent für öffentliche Verkehrsteilnehmerschulungen ist Friedhelm Eckhardt.

Derzeit gehören 21 Mitglieder zur Kreisverkehrswacht, zehn davon sind aktiv im Einsatz. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, noch mehr Mitglieder zu gewinnen“, sagt Nico Knackmuß.

Wer mitmachen möchte, braucht keine besonderen Fähigkeiten, das Rüstzeug vermitteln die „alten Hasen“. Wichtig seien Elan, gute Laune und einen offener Umgang mit Kindern und Senioren, betont Klaudia Gericke. Niemand müsse für sein Engagement das Leben komplett auf den Kopf stellen, wer einmal in der Woche am besten vormittags Zeit hat, kann für die Verkehrswacht schon viel bewirken.

Die Geschäftsstelle befindet sich noch immer in einem Container in der Samsweger Straße, an den ein Verkehrsgarten grenzt. Sie soll demnächst renoviert werden.

Die Finanzen der Kreisverkehrswacht stammen aus Bundes- und Kreistöpfen, von Sponsoren, aber auch Bußgeldern, die die Staatsanwaltschaft verhängt. Demnächst sollen neue Roller und Fahrräder angeschafft werden.

 

Die Kreisverkehrswacht ist per E-Mail unter kvw-wolmirstedt@web.de zu erreichen oder per Facebook unter Kreisverkehrswacht im Landkreis Börde.