Barleben l Wer diese Dame in seiner Nähe sichtet, sollte kurz überlegen, ob das Auto nicht im Parkverbot steht: junge 21 Jahre alt, sportliche Statur, eine Brille auf der Nase. Lara Falkenberg heißt die Neue im Außendienst des Barleber Ordnungsamtes. Die langen, blonden Haare enden genau auf dem Schriftzug „Ordnungsamt“, der auf dem Rücken ihrer Jacke geschrieben steht.

Das lange Wort Verwaltungsfachangestellte ist für viele Menschen ein Graus, aber genau das ist Lara Falkenbergs Berufsbezeichnung. Vor drei Jahren begann sie ihre Berufsausbildung in der Barleber Gemeinde, nun unterstützt sie das Ordnungsamt als fertig Ausgebildete. Dabei hat sie sich die Position selbst ausgesucht. „Es war mein Wunsch, ins Ordnungsamt zu kommen. Dieser Bereich lag mir von allen am besten“, sagt sie.

Arbeit ist vielseitig

Der Grund: Die Arbeit sei nicht so eintönig wie in anderen Verwaltungsbereichen. Oftmals wird dort mit Zahlen, Zahlen und nochmals Zahlen gearbeitet. Ihre Aufgabe heißt künftig: Außendienst. Bis zum Ende des Jahres wird sie von einer weiteren Mitarbeiterin begleitet, ein Anfang mit Stützrädern sozusagen.

Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem das allseits beliebte Knöllchen verteilen, aber auch mit illegaler Müllentsorgnung, gefährlichen Hindernissen auf Straßen und Wegen oder verdreckten Straßen beschäftigt sie sich – Ordnung ist eben das halbe Leben. Und ab und zu darf sie auch die rechte Hand der Kollegen von der Polizei sein. Bei besonderen Anlässen unterstützen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Beamten. Außerdem gehen sie gemeinsam auf Streife. Die 21-Jährige ist mit Leidenschaft dabei: „Jeder Tag ist anders. Ich bin oft draußen unterwegs und komme mit den Bürgern in Kontakt.“

Genau das hat jedoch schon zu unangenehmen Situationen geführt. Denn für die Bürger, das ist Lara Falkenberg bewusst, ist das Ordnungsamt oft der Buhmann. „Es gibt natürlich Begegnungen, bei denen die Menschen unfreundlich sind. Aber das gehört dazu“, sagt die neue Ordnungshüterin. Sie werde noch lernen müssen, wie man darauf angemessen reagiert.

Von der Handballerin zur Außendienstlerin

Doch auch erfreuliche Begegnungen gibt es, sonst hätte die 21-Jährige den Beruf vielleicht nicht gewählt. „Die Barleber sind sehr aufmerksam und geben uns viele Hinweise“, sagt sie. Wenn sie dann helfen könne, sei das ein gutes Gefühle. Und manchmal sei es auch einfach schön, mal ein Danke zu hören – davon können wohl viele Berufsgruppen ein Lied singen.

Mit einem Klischee möchte die aufgeweckte Ordnungshüterin gern aufräumen. „Wir hocken nicht hinter Büschen und warten darauf, dass Falschparker sich von ihrem Auto entfernen“, sagt Lara Falkenberg und lacht. Oft laufen sie bestimmte Routen ab – nicht, um jemanden zu ärgern, sondern um ihre Arbeit zu machen.

In ihrer Freizeit ist Lara Falkenberg sportlich – Handball hat es ihr angetan. Ihr Abitur hat sie auf dem Sportgymnasium Magdeburg absolviert. Doch als ihr eine professionelle Karriere angeboten wurde, winkte sie ab. „Mit Frauenhandball verdient man heute nicht den Unterhalt, den man sich wünscht“, sagt sie. Trotzdem begeistert der Sport sie weiter. Inzwischen ist sie „nicht mehr so aktiv“ – „nur“ noch drei Mal in der Woche schafft sie es zum Training.

In ihren eigenen vier Wänden in Magdeburg herrscht ebenfalls Ordnung. „Ich bin ein sehr ordentlicher Mensch“, sagt Lara Falkenberg und lächelt. Deswegen muss das allseits bekannte Sprichwort eigens für die 21-Jährige wohl umgedichtet werden: Ordnung ist bei ihr nämlich nicht nur das halbe, sondern das ganze Leben.