Wolmirstedt l Der Rückstaudeich am Handwerkerring, der die Stadt vor einem weiteren Hochwasser schützen soll, ist in der Warteschleife. Der Deich, der das Areal zwischen Bahnlinie und linkem Ohredeich schützen soll, kann erst ein Jahr später gebaut werden.

Grund dafür ist laut dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) ein zweiter Teilabschnitt, der in das Projekt mit aufgenommen wurde. Dieser Abschnitt führt von der Glindenberger Chaussee etwa 600 Meter ohreabwärts (siehe Grafik). An dieser Stelle soll der vorhandene Deich ausgebaut werden. Der erste Teilabschnitt des Vorhabens verläuft von der Bahnstrecke Magdeburg-Stendal bis zum vorhandenen rechten Ohredeich auf einer Länge von etwa 2,1 Kilometern. Hierbei handelt es sich um einen Deichneubau.

Verzögerung um ein Dreivierteljahr

Die beiden Abschnitte wurden laut LHW zu einem Projekt zusammengeschlossen, um eine abgeschlossene Deichlinie zu erreichen. Im Fachjargon nennt man dies Deichlückenschluss. Durch die 600 Meter mehr, die fortan eingeplant wurden, ergaben sich auch umfangreichere Planungen.

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So mussten Vermessung, Erkundung, Flächenbeschaffung sowie Kampfmittelüberprüfung auch für den kleineren Abschnitt durchgeführt werden. Für den Deichneubau auf zwei Kilometern war dies bereits abgeschlossen. Dadurch kam es laut LHW zu einer Verlängerung um etwa ein dreiviertel Jahr.

Die nächsten Schritte sind für das LHW die Planungen zur Genehmigung, die noch in diesem Jahr angestrebt werden. Außerdem sollen bereits in diesem Jahr die archäologischen Untersuchungen durchgeführt werden, die vor dem Deichneubau notwendig sind.

Abschluss in 2021 geplant

Sind im Jahr 2020 schließlich alle Baufirmen im Boot, kann es mit dem Deichneubau losgehen – ein Jahr später als geplant. Im Jahr 2021 sollen die Bauarbeiten dann abgeschlossen und die Stadt im Falle eines Hochwassers besser geschützt sein.

Wie notwendig so ein Deich ist, wurde im Juni 2013 deutlich. Damals lief das Wasser über das Ohreufer auf den Handwerkerring zu. Hunderte Helfer hatten quasi aus dem Nichts einen 60 Zentimeter hohen Schutzwall errichtet. Der wurde nach dem Hochwasser wieder entfernt, aber bei den Experten formte sich seither der Plan, einen dauerhaften Deich zu errichten.