Wolmirstedt l Auf moderne Technik und neue Medien setzen die evangelischen Gemeindepädagogen ohnehin schon eine ganze Weile. Gerade die Jugend erreichen sie damit in der heutigen Zeit viel schneller und direkter. Die Corona-Beschränkungen haben dazu geführt, dass dieser neue Sektor geradezu im Sturm erobert worden ist. „Im Frühjahr durften die Menschen nicht in die Kirchen kommen. Da fehlten das gemeinsame Gebet oder der Gottesdienst schon gewaltig“, erzählt Kreiskantorin Stefanie Schneider. „Um Abhilfe zu schaffen, haben wir gemeinsam neue Ideen entwickelt und die Dinge aus den Kirchen hinein in die Wohnzimmer der Menschen gebracht.“

Gerade auf der Internetseite der evangelischen Jugend wasbewegt.de sind die Ergebnisse der Arbeit der jungen Christen und der Gemeindepädagogen deutlich zu sehen. Es finden sich eine ganze Reihe von Videos zu den verschiedenen Themen. Aktuell ist dort die Geschichte des heiligen Martin zu sehen – gestern wurde ja der Martinstag begangen. Das Stück wird von Kindern gespielt und die Geschichte dazu verlesen. Ein Link zum Bandgottesdienst vom 24. Oktober dieses Jahres verweist zum Anbieter Youtube.

Auch viele andere Angebote

„Dazu kommen aber noch viele andere Angebote“, beschreibt die Kreiskantorin. So gibt es Mut machende Online-Andachten, Musik und Texte oder eben Termine im Kirchenkreis. Der Termin in der Katharinenkirche in Wolmirstedt, dient dazu, weitere Angebote zu generieren. Dabei schauen die Verantwortlichen schon weit in die Weihnachtszeit voraus.

„Heute nehmen wir vornehmlich Musikstücke auf“, verrät Stefanie Schneider. Dazu ist ein Bläser-Quartett zusammen gekommen, dem Friedemann Lessing, Cornelia Frenkel und Hartwig Janus sowie die Kantorin angehören. Erklingen werden dabei Trompete und Altposaune. Außerdem sind vierstimmige Gesangsstücke vorgesehen. Der geschmückte Altarbereich und ein Weihnachtsbaum lassen ahnen, dass die Produzenten der Aufnahmen nichts dem Zufall überlassen wollen. Vor dem Beginn sprechen die Gemeinde-Pädagogen Benjamin Otto, Martin Zander und Robert Neumann den Hergang ab, unterstützt werden sie dabei von Sophia Espe, die ihr freiwilliges soziales Jahr absolviert.

Aufnahmetechnik geborgt

„Die Technik für die Aufnahmen haben wir uns geborgt“, sagt die Kreiskantorin. „Die Vorhaben sprechen wir im Vorfeld miteinander ab. Ideen werden gemeinsam entwickelt.“ Das kann mal ganz schnell gehen, aber manchmal auch mehrere Wochen in Anspruch nehmen. „Je mehr Menschen an so einem Projekt beteiligt sind, desto mehr Zeit müssen wir investieren“, sagt Stephanie Schneider. Inzwischen haben die Verantwortlichen aber schon eine gewisse Routine entwickelt und die Qualität der Beiträge kann sich sehen lassen.

Dabei sind sie auch durch die Gotteshäuser des Kirchenkreises herum gekommen. „Die Aufnahmen werden in den verschiedenen Kirchen gemacht“, erzählt die Kreiskantorin. „So sehen die Menschen ihre Kirche von zu Hause aus.“ Das Konzept komme gut an. „Zum einen sind da die jeweiligen Klickzahlen unter den Videos“, sagt die Kantorin. „Es gibt aber auch viele persönliche Reak-tionen.“