Colbitz l Den Umweltfrevel hat Jagdpächter Olaf Moritz am 30. Januar in den späten Nachmittagsstunden bei seinem Reviergang durch das Gelände auf dem früheren Postweg nahe der A 14 entdeckt. „Ich habe mich daraufhin unverzüglich mit Jürgen Ahlers, dem Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft Colbitz, über diesen Vorfall ausgetauscht. Am Sonnabendvormittag haben wir uns dann am Ereignisort getroffen, um nach Spuren eines möglichen Verursachers zu suchen“, berichtet Olaf Moritz. Bereits am Sonnabend sei die Polizei vorab über diesen Vorfall in Kenntnis gesetzt worden. Zu Wochenbeginn am Montag, 3. Februar, sei die Angelegenheit schlussendlich zur Anzeige gebracht worden.

Auf dem weichen Untergrund sind noch immer Fahrspuren auszumachen. Sie legen die Vermutung nahe, dass möglicherweise ein Fahrzeug mit zwei Anhängern hier angehalten und sich des Unrates entledigt hat. Es könne sich möglicherweise um einen HW 80, einen Hänger mit acht Tonnen Tragfähigkeit gehandelt haben, vermutet Jürgen Ahlers. Die wild und illegal in die Gegend entsorgte enorme Menge Unrat ist längst mehr als nur verbotswidrige Müllentsorgung. Inzwischen haben nämlich Wind und Wetter mit dafür gesorgt, dass Pappkartons und Plastikmüll auf die angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen geweht worden sind und die Umwelt schädigen.

Unter dem vorgefundenen Bauschutt finden sich unter anderem verbrauchte Farbeimer, Dachrinnen, mehrere Türen samt Zargen, zerschlagene Mauersteine und jede Menge Holzbretter. „Diese Entsorgungsaktion hat schon kriminelle Züge. Hier findet sich alles – vom Sperrmüll bis hin zum Sondermüll. Eine Verschmutzung dieses Ausmaßes ist mir noch nie untergekommen“, empört sich Jürgen Ahlers.

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Ihm stößt auch das fortwährende Befahren der landwirtschaftlich genutzten Feldwege durch Unbefugte auf. Diese seien nur für ausgewiesene Personen nutzbar, erklärt er. Ihn störe, dass sich manche Zeitgenossen einfach über alle Normen hinwegsetzen. „Wir sind alle gefordert, Einfluss zu nehmen. Wer gegen Gesetze verstößt, muss zur Verantwortung gezogen werden.“

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln

Möglicherweise könne der im Müllberg entdeckte Schriftverkehr zur Aufklärung beitragen, hofft der Colbitzer Jagdgenossenschaftsvorsitzende. „Wir haben den entdeckten Schriftverkehr sichergestellt und der Polizei übergeben.“ Regionalbereichsbeamte haben den Sachverhalt festgestellt und diesbezüglich eine Anzeige aufgenommen.

„Der Menge nach handelt es sich in diesem konkreten Fall um eine Straftat. Ermittlungsbehörden sind Polizei und Staatsanwalt“, erklärt Uwe Baumgart, Pressesprecher im Landratsamt in Haldensleben. „Wenn die Ermittlungsbehörden ihre Untersuchungen am Ereignisort abgeschlossen haben und uns grünes Licht für den Abtransport des illegal entsorgten Mülls geben, werden wir unverzüglich handeln.“

Den Abtransport übernimmt dann zeitnah der Kommunalservice Landkreis Börde.