Theater

Zielitzer Kalimandscharo-Festspiele haben begonnen

Die 21. Kalimandscharo-Festspiel-Saison hat begonnen. Für die Mimen des Holzhaustheaters geht damit auch eine lange spielfreie Zeit zu Ende.

Von Constanze Arendt-Nowak

Zielitz - Die Kalimandscharo-Festspiele gehören für die Mimen des Zielitzer Holzhaustheaters einfach zur Sommerzeit dazu. Mittlerweile ist es die 21. Auflage. Eine Premiere ist trotz der langen Laufzeit dennoch etwas Besonderes. Am Freitag war die Premiere der Komödie „E. hat wieder einen Plan“ und die damit verbundene Rückkehr des Egon Olsen ins Holzhaustheater zudem eng mit einem erleichterten „Endlich“ verbunden. „Endlich dürfen wir wieder für Sie spielen“, erklärte Theaterchefin Sigrid Vorpahl zu Beginn. Beinahe ein Jahr lang hatten die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie das nämlich nahezu unmöglich gemacht.

Zu verschmerzen war da, dass Regenwetter es zunächst nicht zuließ, dass die Laienschauspieler ihr Können auf der höchsten Bühne zwischen Magdeburg und der Ostsee inmitten der weißen Salzkulissen zeigen konnten. Die „Bretter, die die Welt bedeuten“ waren zur Premiere im eigenen Theater zu finden. Vor sechs Jahren haben sich dort die Türen, wie Sigrid Vorpahl hinwies, erstmals für das Publikum geöffnet.

Entscheidung fiel kurzfristig

Selbst die Entscheidung, dass es das Theater auf dem Salzberg in diesem Jahr nach einem Jahr Pause wieder geben wird, ist recht kurzfristig gefallen. So mussten sich die Mitarbeiter des Kaliwerkes bei ihrer Mission, eine Bühne hoch oben auf der Kalihalde zu errichten, ganz schön ins Zeug legen. Das, wofür ihnen sonst ein Zeitraum von mindestens drei Monaten zur Verfügung steht, musste nach der Entscheidung pro Kalimandscharo-Festspiele Anfang Juni in nur wenigen Wochen geschafft werden.

Die Laienschauspieler haben unterdessen fleißig geprobt, damit zur Premiere alles glatt laufen konnte. Als sie am Freitagabend erstmals in die Rollen von Egon Olsen, seiner Freunde Benny und Kjeld oder einer zweiten jungen Olsenbande schlüpften, war von Lampenfieber kaum etwas zu spüren. Vielleicht ist das aber bei den Holzhausmimen auch gar kein Wunder – nicht nur, weil die Kinder in der angegliederten Schauspielschule schon früh das Einmaleins des Theaterspielens erlernen können, sondern auch weil das Theatergen von Generation zu Generation weitergegeben wird. So entdecken aufmerksame Leser des Programms in der Liste der Schauspieler manchen Nachnamen doppelt oder auch schon in der zweiten Generation. So stand beispielsweise Wolfram Brinck als Egon bei der Premiere gemeinsam mit seiner Tochter Josephine, die die verliebte Lisa mimte, und seinem Sohn Felix alias Börge auf der Bühne. Der Name Engelbrecht ist auch wieder zu finden, denn Mizzi trat als Tanzschülerin Yasmin in die Fußstapfen von Mama Steffi, die über Jahre auch stets bei den Kalimandscharo-Festspielen mitmischte.

Weiter Lust auf Theater

Die Lust auf Theater hat bei den Holzhaustheaterfans nicht nachgelassen. Nicht nur die Premiere, sondern alle Aufführungen von „E. hat wieder einen Plan“ sind restlos ausverkauft – allerdings sind die Besucherzahlen coronabedingt auch stark eingeschränkt. Gespielt wird bis zum 25. Juli jeweils am Freitag-, Sonnabend- und Sonntagabend.

Jeweils sonnabend- und sonntagmorgens heißt es Bühne frei für den Schauspielnachwuchs. Die Mädchen und Jungen haben in diesem Jahr mit „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ für die kleinen Theatergäste ein Schauspiel nach dem Buch von Hannes Hüttner einstudiert. In ihrer Spielfreude stehen sie den Großen in nichts nach. Vorstellungsbeginn hierfür ist immer um 10.30 Uhr.