Weiteres Ferienangebot: Drucken wie zu Cranachs Zeiten

Vom 19. bis 21. August, jeweils von 9.30 bis 12 Uhr, gibt es für die Schulkinder ein weiteres Sommerferienangebot. Unter dem Titel „Drucken wie zu Cranachs Zeiten“ haben Kinder die Möglichkeit, die Arbeitsschritte von der Idee bis zur gedruckten Seite zu probieren. Im Museum der Stadt Zerbst steht der Nachbau einer alten Druckerpresse. Diese funktioniert wie die vor 500 Jahren. Das entstandene Blatt kann am Ende mit nach Hause genommen werden. Wer Lust hat, daran teilzunehmen, kann sich unter 03923/42 28 anmelden.

Zerbst l Schon vor 4000 Jahren führten die Menschen einen Haushalt. „Damals waren die Menschen genauso auf der Höhe wie wir heute“, ist sich Museumsleiterin Agnes-Almuth Griesbach sicher. Wie damals Tongefäße hergestellt wurden, welche Muster sie hatten, welche Hilfsmittel für die Herstellung benutzt wurden und welche Formen es gab, lernten die zehn Ferienkinder während des dreitägigen Angebots im Museum. Anschauungsmaterial gibt es dort auch. Denn das Museum beherbergt einen großen Schatz an uralten Fundstücken. „Zuerst haben wir auf dem Gelände des Francisceums Scherben gesucht und dann die Scherben zusammengeklebt“, erklärt Hannes und zeigt einen kleinen Tonkrug, den er mit Heißkleber zusammengeklebt hat.

Für Heimatgeschichte sensibilisieren

Am Anfang des Projektes haben die Kinder viel über die Bedeutung der Tonarbeit gelernt und erfahren, dass in Zerbst und Umgebung die Tonarbeit ein großes Thema war. „Mit diesem Kurs wollen wir die Kinder auch für Heimatgeschichte sensibilisieren. Vielleicht gehen sie jetzt mit offenen Augen durch die Welt und entdecken auch Stücke alter Tongefäße. Das ist in unserer Region nicht unwahrscheinlich“, so Agnes-Altmuth Griesbach.

Dann wurde es praktisch und jedes Kind konnte sich aussuchen, welches Tongefäß es selbst herstellen möchte. Bei der Erstellung dieser Gefäße half Irene Leps von der Töpferei Leps in Kämeritz. Dort werden die Tongefäße der Kinder zum Abschluss auch gebrannt.

Bilder

Getöpfert haben die Kinder nicht auf einer Töpferscheibe, „denn diese hatten die Menschen damals auch nicht“, erklärt Irene Leps. Wichtig sei es, damit das Gefäß auch dicht ist, den Ton gut zu verarbeiten und immer glatt zu streichen, dadurch würden sich die Schichten miteinander verbinden, so Irene Leps. Philipp hat sich für ein großes Gefäß entschieden. Die gewünschte Form lässt sich schon gut erkennen. „Dein Gefäß sieht schon ganz toll aus“, lobt Irene Leps den Jungen. „Ich habe auch schon einmal getöpfert“, erklärt er stolz. Merle entdeckt im Töpfern derzeit etwas meditatives: „Ich kann dabei super entspannen“, sagt sie und greift nach einem weiteren Stück Ton, formt es zu einer Rolle und verbindet es mit dem Gefäß.

Nächster Kurs beschäftigt sich mit Druckwesen

Auch gestalterisch sollen die Kinder vorgehen. „Dazu sammeln sie Stöcke und spitzen sie an. Dann können sie damit ein Muster in das Gefäß ritzen“, so Irene Leps. In einem weiteren Sommerferienangebot des Zerbster Museums geht es um die Druckkunst zu Cranachs Zeiten (Informationen dazu im grünen Kasten). Dafür können sich die Ferienkinder aus Zerbst und Umgebung noch anmelden.