Zerbst l „Immer nur Kartoffelbrei oder Kartoffelsuppe ist auch langweilig“, sagte einst Birgit Brandtscheit, Leiterin der Kindertafel. Deshalb machten sich die Kinder der Tafel, Birgit Brandtscheit und die ehrenamtliche Helferin und ehemalige Lehrerin Bärbel Spitzer auf die Suche nach leckeren, ausgefallen Rezepten mit Knolle und Bolle. Diese sollten nämlich ein ganz besonderes Buch füllen – ein Kochbuch mit regionalen Speisen.

„Die Rezepte sind gefunden. Jetzt geht es an die Illustrationen zum Rezeptbuch“, erklärt Bärbel Spitzer und verweist gleich auf ihre Tochter Katja. Diese ist freie Illustratorin, lebt und arbeitet in Berlin und zeigt den Kindern in einem Workshop, wie man die Rezepte illustrieren kann.

Im Workshop wird mit einfachen Drucktechniken experimentiert. Neben Schaumstoff werden natürlich auch die Zwiebel und die Kartoffel als Stempel eingesetzt. „Die Kinder machen das richtig gut und sind sehr kreativ“, freut sich Katja Spitzer.

Bilder

„Es geht auch darum, den Kindern zu zeigen, dass man mit wenigen und einfachen Zutaten gesunde und regionstypische Speisen nachkochen kann“, erklärt Bärbel Spitzer. Die Expertise der Rezeptgeber war dabei besonders wichtig. „Viele Kinder essen oft ungesunde Fertigprodukte. Mit Hilfe des Rezeptbuches sollen sie und die Eltern auch andere Speisen für sich entdecken“, so Bärbel Spitzer zur Idee hinter dem Buch.

„Dafür müssen wir auch eine Menge Illustrationen anfertigen“, so Katja Spitzer. Aber Dank der regen Beteiligung der Kinder sehe sie da keine Probleme. „Die Kinder hier sind ebenso talentiert wie andere Kinder. Auch darauf wollen wir mit dem Projekt aufmerksam machen“, erklärt Bärbel Spitzer.

Anna malt zum Beispiel gerade ein Kartoffelmonster mit einem Buch – vielleicht sogar dem Rezeptbuch – in der Hand. Kurzerhand schreibt sie auch die Wörter Knolle und Bolle daneben. Davon ist Expertin Katja Spitzer gleich angetan: „Das sieht toll aus. Ich könnte mir vorstellen, dass wir das auf den Titel des Buches nehmen.“

Im Anschluss an den Workshop nimmt Katja Spitzer alle von den Kindern angefertigten Illustrationen mit in ihr Berliner Atelier. Dort wird sie die gesammelten Werke für den Druck fertig machen. Das heißt, die Bilder einscannen, das Layout setzen und das Buch grafisch gestalten.

„Ohne Sponsoren wäre der Druck des Buches undenkbar“, erklärt Bärbel Spitzer dankend. Viele lokale Unternehmer und Firmen hätten sich daran beteiligt, dass aus der Idee um Knolle und Bolle und deren schmackhafter und gesunder Verwendung sehr bald ein richtiges Buch entsteht.