Zerbst l „Wir freuen uns sehr, dass der Ausschuss erstmals hier ist“, so Martina Marczok-Stück. Sie leitet den Zerbster Standort der Kreisvolkshochschule, die in Bitterfeld und Köthen weitere Geschäftsstellen hat. Unterstützung in der Verwaltung erhält sie durch Christian Dorn, den das Gremium bei der Besichtigung des Hauses ebenfalls kennenlernen sollte.

Dass die Mitglieder des Sozial-, Schul-, Kultur- und Sport- ausschusses regelmäßig bestimmte Einrichtungen wie Kitas, Jugendclubs oder Sportstätten besuchen, ist nichts Ungewöhnliches. Schließlich wollen sie sich gern ein persönliches Bild von der Infrastruktur und den Angeboten machen, mit denen sie bei ihren Entscheidungen konfrontiert sind. Dass sie zum Auftakt ein kurzes Programm dargeboten bekommen wie am Mittwochabend, ist indes eher selten.

Geschuldet war dieser erfreuliche Umstand der Tatsache, dass im Gebäude der Kreisvolkshochschule mit der Musikschule „Johann Friedrich Fasch“ eine weitere Einrichtung untergebracht ist, die zum Institut für Kultur und Weiterbildung Anhalt-Bitterfeld (IKW) gehört. So nutzte Leiter Heiner Donath die Gelegenheit, um akustisch auf das Spektrum der Instrumente hinzuweisen, das dort von Jung und Alt erlernt werden kann. So lauschte das Gremium zunächst einem erwachsenen Querflöten-Duo, bevor junge Nachwuchsgitarristen zum „Müsli-Rock“ in die Saiten griffen.

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Derart musikalisch eingestimmt, arbeiteten die Ausschussmitglieder zunächst die Tagesordnungspunkte ihrer Sitzung ab, bewilligten eine überplanmäßige Ausgabe zum Defizitausgleich für das Erlebnisbad und nahmen zufrieden zur Kenntnis, dass der Fortbestand der kommunalen Grundschulen der Einheitsgemeinde Zerbst bis 2018 gesichert ist.

„Wir kämpfen darum, Dozenten zu gewinnen.“

Martina Marczok-Stück, Leiterin der Kreisvolkshochschule in Zerbst

Nach Abschluss des nicht-öffentlichen Teils nahm Martina Marczok-Stück den Ausschuss mit auf einen Rundgang durch die Kreisvolkshochschule. Ihre Führung begann sie im Sport-raum, in dem nicht nur Fitnessgymnastik, sondern unter anderem auch Tai Chi gemacht wird. „Die Zerbster sind sehr an Sport interessiert“, wusste die Einrichtungsleiterin.

Zugleich erläuterte sie, dass die angebotene Kursvielfalt abhängig von den Dozenten ist, die sie anwerben können. Bei den Honorarsätzen von 13 bis 17 Euro pro Unterrichtsstunde sei dies kein leichtes Unterfangen. „Wir kämpfen darum, Kursleiter zu gewinnen“, gestand Martina Marczok-Stück.

Unterdessen warfen die Ausschussmitglieder einen Blick in einen der Unterrichtsräume. „Hier hat heute ein neuer Sprachkurs angefangen“, erklärte die Standortleiterin. Vier dieser Kurse gibt es inzwischen, in denen Asylbewerbern Deutsch vermittelt wird. „Diesmal waren es 16 Erwachsene und 15 Kinder im Alter von drei Tagen bis 17 Jahren“, erzählte Martina Marczok-Stück. Wohlwissend, dass die Flüchtlingsfrauen nur kommen, wenn sie ihren Nachwuchs mitbringen können, wurde eigens ein kleines Kinderzimmer eingerichtet. „Wir würden uns freuen, wenn sich Freiwillige finden, welche die Kinder betreuen“, bemerkte sie.

Bei der kurzen, informativen Tour durchs Haus berichtete die Einrichtungsleiterin auch von den „Alphas“. So werden liebevoll die Teilnehmer des Alphabetisierungskurses genannt, der seit nunmehr zehn Jahren existiert. Unter der Leitung von Marlies Haase lernen die Erwachsenen Lesen und Schreiben. Gleichzeitig unternehmen sie gemeinsame Ausflüge, um das Gelernte selbstbewusst anzuwenden.

Im obersten Geschoss endete der Rundgang schließlich so klangvoll wie die Sitzung begonnen hatte – denn dort unterm Dach befindet sich die Musikschule „Fasch“.