Bornum l Bornums Ortspfarrerin Gisela Wilke begrüßte die Kirchgänger mit Handschlag, empfing jeden Einzelnen mit freundlichen Worten und einem noch freundlicheren Gesicht. Sie hatte allerhand zu tun, denn es kamen viele. Die bereit gelegten Sitzkissen waren knapp, denn auch die dazugehörigen Sitzplätze waren begehrt. Die kleine, gemütliche Kirche samt Oberrang war schnell voll – was Gisela Wilke sehr freute. „Daran sieht man, dass es angenommen wird. Viele kommen auch aus den Nachbarorten, das freut uns natürlich sehr.“

Es war ein großes Zusammentreffen pünktlich zum Glockenschlag um 16 Uhr. Gisela Wilke erfreute auch, dass viele junge Leute den Weg in das Haus Gottes fanden. Sie wusste allerdings auch von älteren Bewohnern, die den Weg nicht mehr schafften.

Vor allem Familien zieht es zu Weihnachten oft in die Kirche. „Für Kinder ist das Krippenspiel eine Überbrückung“, erklärte Gisela Wilke. „Und danach wird sich auf die Geschenke gestürzt.“

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Langweilig wurde den kleinen Besuchern – wie natürlich den großen auch – nicht. Denn zum einen war die Kirche liebevoll hergerichtet und bot etwas für das Auge, zum anderen konnte man quasi seine Nachbarn in Aktion erleben. Die Bornumer selbst waren es, die in einem Laientheater das Krippenspiel nachstellten. Die Darsteller waren Erwachsene aus Bornum - „weil wir hier zu wenig Kinder haben“, sagte Gisela Wilke. Das tat der Umsetzung jedoch keinen Abbruch. Man merkte Maria, Josef und Co. ihren Einsatz an.

Das Krippenspiel folgte der Andacht von Gisela Wilke, die dieses damit einleitete. „Das Alte und Verstaubte, das, woran nur noch die Alten glauben, wird ganz neu und aktuell. Und das bringt uns Menschen in Bewegung, ob wir wollen oder nicht. Selbst die, die sonst nur mit den modernsten Techniken arbeiten, selbst die, die in der ganzen Welt zu Hause sind, werden von diesem Wunder angesteckt“, verlas sie.

Immer wieder wurde gemeinsam gesungen, begleitet vom schönen Spiel der Orgel. Wer nicht ganz textsicher war, für den lagen Hefte bereit. Der eine benötigte diese, der andere nicht.

Zum Abschluss der Christvesper wurden Friedenslichter entfacht. Damit schloss sich der Kreis, um den sich das Weihnachtsfest dreht. Denn für die Gläubigen wurde vor 2015 Jahren ebenfalls ein Licht entzündet, das noch immer brennt.