Zerbst l Der vom tschechischen Riesengebirge bis zur Nordsee führende Elberadweg erstreckt sich ebenfalls auf einer Länge von rund 29 Kilometern durch die Einheitsgemeinde Zerbst. Und die Stadt weiß um das touristische Potential des so beliebten Fernradweges. „Generell messen wir dem Radtourismus eine große Bedeutung zu“, erklärt Antje Rohm. „Deshalb ist es auch immer unser Anliegen, den Elberadweg im Rahmen unserer Möglichkeiten aufzuwerten“, ergänzt die Leiterin des Zerbster Tourismusamtes.

So konnte rechtzeitig vor Beginn der Radelsaison 2015 das befestigte Teilstück zwischen Steckby und Tochheim eingeweiht werden. An der 720 000 Euro teuren Investition in den lange herbeigesehnten Lückenschluss war die Stadt mit 20 Prozent Eigenmitteln beteiligt. Unterdessen konnte der Elberadweg zwischen Ronney und Gödnitz aus Hochwassermitteln multifunktional, sicherer gegen Überflutungen und entsprechend dem heutigen Stand der Technik neu ausgebaut werden. Auch ein weiterer Rastplatz samt Infotafel wurde in Steutz eingeweiht, das nun direkt in die Route mit eingebunden ist.

Die Pedalritter wissen solche Initiativen anzuerkennen, wie die aktuelle Auswertung der Befragung 2015 belegt. 1838 Radler beteiligten sich und füllten die in den Touristinformationen – auch in Zerbst – ausliegenden Fragebögen aus oder gaben im Internet ihr Votum ab. In der beim Magdeburger Tourismusverband Elbe-Börde-Heide e.V. angesiedelten zentralen Koordinierungsstelle für den Elberadweg im Abschnitt Mitte wurden diese Daten erfasst und aufbereitet.

Jeder Radtourist gibt 73 Euro pro Tag aus

Die meisten Radler, die sich an der Umfrage beteiligten, kamen aus Sachsen, gefolgt von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Aber auch Niederländer, Schweizer und Österreicher machten ihre Kreuze. Das meiste Lob gab es für die ursprüngliche Natur, die schöne Landschaft und die gut ausgebauten Radwege. Kritische Hinweise betrafen vor allem die Beschilderung und die Streckenführung abseits des Flusses.

Mehr als die Hälfte der Radler gehörte der Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren an, wobei die Anteile der jüngeren Altersgruppen gestiegen sind. Einzelfahrer waren eher selten anzutreffen, meist traten Pärchen oder Gruppen gemeinsam in die Pedale.

Durchschnittlich verbrachten die Radtouristen sechs Tage auf dem Elberadweg. Die Mehrzahl von ihnen übernachtete in Pensionen und Gasthöfen, wobei über 60 Prozent ihre Unterkunft spontan während der Tour buchten. Stark zugenommen hat der Anteil der Übernachtungen auf Campingplätzen und in Privatunterkünften, wie die Befragung zeigt.

Im Schnitt lagen die Ausgaben pro Tag und Person bei 73 Euro, davon fielen etwa 40 Euro für die Übernachtung an. Damit gaben die Befragten rund 440 Euro für einen sechstägigen Radurlaub aus. Damit erwies sich das Radwandern erneut als wichtiger Wirtschaftsfaktor für alle touristischen Anbieter entlang des Elberadweges.

Zumal sich die Zahl der Fernradler nach einer Zählung 2015 im Vergleich zu den Vorjahren erheblich erhöht hat und bei geschätzten 290 000 liegt. Dazu kommen geschätzte 140 000 Tagesradler. Besonders positiv ist, dass die meisten Pedalritter nicht nur den Elberadweg im Bekanntenkreis weiter empfehlen, sondern selbst wiederkommen wollen.

Eine Möglichkeit, die „eigenen Elberadwegtouristen“ zu zählen, hat die Stadt Zerbst nicht. „Deutlich wird aber vor allem bei den Besuchern in der Tourist-Information, dass viele Nutzer des Elberadweges diesen auch verlassen, um sich die Kernstadt und auch weitere Sehenswürdigkeiten im Umland anzusehen“, weiß Antje Rohm.

Stadt Zerbst richtet Elberadeltag 2016 aus

Und für diese wird regelmäßig geworben – zuletzt auf der Messe „Reisen Hamburg“ und in den kommenden Woche auf der ITB in Berlin. Dies geschieht zusammen mit dem Tourismusverband Welterberegion Anhalt-Dessau-Wittenberg. „Wir haben nun mal die schönsten Stellen entlang des Elberadweges“, findet Verbandsgeschäftsführerin Elke Witt.

Genau davon können sich alle beim Elberadeltag überzeugen. Der offizielle Saisonstart für die Welterberegion findet in diesem Jahr in Walternienburg statt. Am 1. Mai wird es dazu ein vielfältiges Programm mit Live-Musik, Markttreiben und Unterhaltung für Groß und Klein auf der Wasserburg geben, Ausrichter ist die Stadt.

Darüber hinaus verweist Antje Rohm auf den Zerbster Radfahrertag am 4. Juni. „Diese alljährliche Veranstaltung bezieht, wo es sich anbietet, den Elberadweg immer mit ein.“ Nicht zuletzt berichtet die Amtsleiterin von der neuen Radwander- und Freizeitkarte für Zerbst und seine Ortsteile, die gerade in Verantwortung der Tourist-Information neu erarbeitet wird.