Zerbst l „Der Zerbster Wasserturm bleibt ein Sorgenkind“, sagt Elke Kurzke. Die Managerin der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Mittlere Elbe/Fläming“ erzählte, dass die Richtlinie RELE eine Änderung erfahren habe. Eine Ausnahme in der alten Version hatte den Turm dem Zerbster Außenbereich zugeordnet, das sei nun passé und somit sei der Wasserturm Teil von Zerbst, einer Stadt mit mehr als 10 000 Einwohnern und wie alle Projekte in der Kernstadt Zerbst durch RELE nicht förderfähig. „Über Leader könnte es möglich sein“, fügte sie an.

Kurzke braucht mehrere Talente für ihren Job. Dazu zählen Geduld und Kommunikationsstärke. Die Managerin agiert zwischen Antragsstellern, Ämtern und LAG. Letztere besteht aus zahlreichen Mitgliedern, unter anderem Vertretern der Stadt, des Kreises und der Wirtschaft. Diese Gruppe legt fest, welche Projekte in ihrem Verbreitungsgebiet gefördert werden können. Und muss sich dabei an ihre eigenen, strengen Regeln halten. Diese sind notwendig, um die selbstgesteckten Ziele, welche die Gruppe sich zu Beginn der Förderperiode – die aktuelle geht von 2014 bis 2020 – auferlegt hat, zu erreichen. Die sind durchaus konkret, so will die Gruppe bis 2020 fünf Arbeitsplätze schaffen und 25 weitere sichern.

450000 Euro nötig

Die Ziele, so gesteht die Managerin, seien so gewählt, dass sie auch schaffbar sind. Die meisten der rund 40 Ziele werden wohl übererfüllt werden. Dennoch muss die Gruppe ihr Budget von 5 Millionen Euro klug verwalten, damit am Ende die Region, die Möckern, Zerbst, Dessau, Coswig und Oranienbaum-Wörtlitz umfasst, auch wirklich etwas davon hat.

„Und der Wasserturm hat ja einen Umfang von rund 450000 Euro“, gab sie zu bedenken. Dafür soll die Außenhülle des technischen Denkmals saniert werden. „Da gibt es noch Strategieverhandlungen“, erklärte sie weiter. Beispielsweise werde überlegt, ob der Förderverein oder die Stadt Zerbst, welcher das Objekt gehöre, den Antrag stelle. Und die Gruppe müsse ja sagen.

Drei Anträge gestellt

Drei Projekte haben nun schon ihre Anträge eingereicht. Das klingt wenig, dem geht aber ein langer Bewertungsprozess voraus. „Ich als Managerin muss sehen, welche Projekte für welche Förderungen passend sind.“ Neben RELE und Leader gebe es zahlreiche andere Programme, welche durchaus in Frage kämen. Leader bleibt meist für die, für die keine andere Richtlinie in Frage kommt. Das Programm sei sehr frei, allerdings hat die LAG die eigenen Bedingungen aus Effektivitätsgründen für die Betreuung von Projekten erst verschärft (siehe nebenstehenden Beitrag). Das Umweltzentrum in Ronney hat nun den Antrag für einen Ausbau des Bienenhauses für 30 000 Euro 2016 eingereicht. Weitere Mittel möchte das Zentrum für eine Online-Bibliothek und Tablets für die Gäste im kommenden Jahr haben. Zwei weitere Projekte aus Coswig haben ihre Anträge eingereicht.