Zerbst l Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte bei seinem Besuch auf dem Markt zum Zerbster Prozessionsspiel, man habe das Gefühl, ganz Zerbst sei auf den Beinen, auf der Bühne, neben der Bühne oder im Zuschauerraum. Und die Begeisterung über das, was die Einheitsgemeide da gemeinsam vollbracht hat, klingt nach, noch immer, auch sechs Wochen nach den Festspielwochenende. So sah es auch Bürgermeister Andreas Dittmann am Sonnabendnachmittag in der Stadthalle. Mitwirkende, Helfer und Sponsoren waren zu einer kleinen Dankeschön-Veranstaltung eingeladen.

„Mit keiner Währung dieser Welt kann man bezahlen, was alle Beteiligten im Vorfeld und an den Tagen der Aufführungen geleistet haben“, brachte es Dittmann auf den Punkt. 24 verschiedene Bilder, an denen sich alle 54 Ortschaften der Einheitsgemeinde Zerbst und mehr als 400 Personen beteiligt haben, das mache Hoffnung, dass Zerbst und seine Gemeinden zusammenwachsen.

Stadtgeschichte aufleben lassen

„Mit der Neuinszenierung des Zerbster Prozessionsspiels sind wir im Reformationsjahr in das Jahr 1507 zurück gegangen, haben eigene Stadtgeschichte aufleben lassen und zugleich Stadtgeschichte neu geschrieben und ganz nebenbei auch Theatergeschichte“, sagte der Bürgermeister. Denn eine Neuinszenierung eines mittelalterlichen Spiels habe es laut Aussage von Prof. Schwab noch nicht gegeben. Schwab, seit kurzem Dekan der Katholischen Hochschule (KatHO) Nordrhein-Westfalen, Abteilung Münster, Regisseur und künstlerischer Leiter des Stückes, konnte aus Termingründen leider nicht dabei sein.

Bilder

Dittmann dankte nochmals allen Kräften vom Katastrophenschutz, der Polizei, DLRG, der Feuerwehr und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die das Festwochenende hervorragend abgesichert haben. Am Ende sei alles in allem ganz wunderbar gelaufen. „Wer ein Haar in der Suppe sucht, der wird auch ein Haar in der Suppe finden“, schickte Dittmann einen kleinen Seitenhieb wohl an Kritiker unter den Ortsbürgermeistern.

Ob es eine Wiederholung des erfolgreichen Festwochenendes geben wird, ließ Dittmann auch am Sonnabendnachmittag offen. „Es gibt sicher viele gute Gründe, die für eine Wiederholung sprechen, sicher aber auch einige, die dagegen sprechen“, erklärte er. „Der Ministerpräsident hat ja das Jahr 2022 in Spiel gebracht, und ich dann gegebenenfalls ein paar Tausend Euro mehr Unterstützung.“ Im Übrigen dränge ja nichts, diese Entscheidung gleich und sofort zu fällen.

DVD-Vorstellung am 1. Dezember

Am 1. Dezember um 19 Uhr werde in der Stadthalle die DVD zum Prozessionsspiel vorgestellt, gemeinsam mit dem neuen Heimatkalender. An diesem Abend wird dann auch Prof. Hans-Rüdiger Schwab anwesend sein. „Sehen wir uns die DVD an, lassen sie wirken und wir können ja dann gemeinsam entscheiden, ob es ein einmaliges Ereignis bleibt, oder nicht“, regte der Rathauschef an.

Nach der Ansprache des Bürgermeisters konnten sich die vielen Laiendarsteller, Helfer und Sponsoren bei Kaffee und Kuchen über ein Theaterstück freuen. „Das Jever Art Ensemble des Künstlerforums Jever e.V. spielt heute für all diejenigen, die vier Tage lang selbst auf, vor oder hinter der Bühne gestanden haben“, kündigte Andreas Dittmann das Stück „Der Fall Luther“ – ein Schauspiel von Karl-Heinz Komm – an.

„Heute soll einerseits die Reformationsgeschichte fortgesetzt werden, und mit der Aufführung des Stückes in Zerbst zugleich eine Brücke in unsere Partnerstadt Jever geschlagen werden“, wünschte Bürgermeister Andreas Dittmann allen Anwesenden einen unterhaltsamen Nachmittag.