Zerbst l „Die Jahre sieht man dir nicht an, siehst noch aus wie ein junger Mann“, reimten am Sonnabend Freunde von Klaus Partheil senior zu seinem 90. Geburtstag. Auf den Tag genau, am 10. Februar, war er 1928 in Zerbst geboren worden. Es begann ein aufregendes, engagiertes und prall gefülltes Leben für Klaus Partheil.

Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und lernte Schlosser. Ein Teil seiner Lehre verbrachte er im Ruhrgebiet. „Das war eine meiner schönsten Zeiten, meine Zeit in der Fremde“, verrät der Zerbster. „Ich war zwar arm, aber gesund und frei.“ In dieser Zeit traf er auch seine Frau, allerdings nicht in der Fremde. „Sie war meine Tischdame bei der Hochzeit meiner Schwester. Da haben wir uns verliebt“, verrät er. Sie folgte ihm ins Ruhrgebiet, doch nicht lange. Denn 1956 kehrte er verheiratet zurück nach Zerbst. „Ich bin zurück, um die Firma des Vaters zu übernehmen“, erinnert er sich. Ein Familienbetrieb, den er in dritter Generation führte. Bis 1990 leitete er das Unternehmen, quer durch die Irrungen und Wirrungen der Wende. Im gleichen Jahr drehte er aber nicht dem Handwerk den Rücken zu. Ganz im Gegenteil. Er baute die Kreishandwerkerschaft mit auf. „Wir mussten doch alle irgendwie zusammenkriegen, deshalb gründeten wir Innungen“, erklärt er ganz nüchtern. Er selbst war jahrelang erst Obermeister der Schlosserinnung, bevor er auch den Posten des Obermeisters der Kreishandwerkerschaft antrat. In dieser Zeit kaufte die Kreishandwerkerschaft auch das Haus des Handwerkes in Zerbst zurück und machte es flott. „Das freut mich bis heute“, sagt er.

Politik

Auch einen kleinen Ausflug in die Lokalpolitik als Stadtabgeordneter machte er. „Das war kurz, aber in jedem Fall eine Erfahrung“, sagt Klaus Partheil heute rückblickend.

Bei so einem ausgefüllten Leben war es nicht verwunderlich, dass die Gastronomie beim Geburtstagsempfang prall gefüllt war. Menschen aus Politik, Handwerk, Vereinen, Gruppen und der Familie gratulierten. Seine Geburtstagsrede fasste er kurz: „Ich danke euch.“

In familiärer Runde mit seinem Sohn, seiner Tochter, seinen acht Enkeln und mittlerweile auch schon zwei Urenkeln wird demnächst noch einmal gefeiert. Schließlich wird man nicht jeden Tag 90 Jahre alt.

Wie man es schafft, noch so fit, gut drauf und lustig zu sein, dafür gibt es mehrere Gründe, sagt Klaus Partheil senior auf Nachfrage: „Ich gehe bis heute jeden Mittwoch zwei Stunden kegeln, ich ernähre mich gesund und man braucht eine zackige Frau, die einen gesund verköstigt und umsorgt – so wie meine. Und man braucht das Leben an sich.“