Zerbst l Insgesamt 69 Schüler haben am Sonnabend in der Stadthalle ihre Abiturzeugnisse erhalten und übertreten nun die Schwelle in einen neuen Lebensabschnitt. „Euer Jahrgang besteht mit der Gesamtnote 2,21“, betont Schulleiterin Veronika Schimmel.

Die Abiturienten applaudieren und bejubeln sich selbst, zu Recht, „das ist meiner Kenntnis nach das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre, 25 Schüler haben einen Notendurchschnitt von unter 2,0 erreicht und Elisabeth Wesenberg hat die 1,0 geschafft“, fügt die Schulleiterin an.

Zuvor erinnerte Veronika Schimmel in ihrer Festrede an Höhepunkte, Tiefpunkte und an tragische Momente des Abschlussjahrgangs. „Am 12. August 2010 war es soweit. Ihr wurdet in der Aula der Jeverschen Straße mit einer kleinen Überraschung von der 6. Klasse begrüßt, wurdet damit Francisceer“, schaut Schimmel zurück.

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Sie habe bei der Vorbereitung auf ihre Festrede unzählige Artikel über die Klassen und Schüler des Abschlussjahrgangs in der Zerbster Volksstimme gefunden, unter anderem wurde über Musikwettbewerbe, Gottesdienste, Waldpflanzaktionen, Sprach-olympiaden, Projektwochen oder Spendenaktionen berichtet.

Schüler mussten Verlust verkraften

„Die Anforderungen stiegen in den Jahren, die Motivation nicht unbedingt“, sagte Schimmel mit einem Augenzwinkern. Am Ende des ersten Kurshalbjahres habe der Skikurs angestanden, welcher immer unvergesslich bleiben wird. Allerdings seien in dieser Woche Anstrengungen ganz andere Art gefragt gewesen.

„Ein einschneidendes Erlebnis musstet ihr im Frühjahr des vergangenen Jahres hinnehmen. Einer eurer Mitschüler verlor bei einem Motorradunfall sein Leben. Trauer und Fassungslosigkeit trafen nicht nur euch Schüler“, erinnert sich Veronika Schimmel sichtlich bewegt.

Die gesamte Schüler- und Lehrerschaft sei äußerst betroffen über den Verlust gewesen. Die Trauer habe Zeit und Platz gebraucht.

„Ihr habt ihm bei der Beisetzung die letzte Ehre erwiesen und an diesem Tag eine menschliche Größe bewiesen, zu der viele Erwachsene nicht fähig wären“, betont Veronika Schimmel und dankt besonders Karla Wallwitz und Nathalie Aretz. Für einen Moment bleibt es still in der Zerbster Stadthalle.

Vor-Abi war kräftezehrend

Nach den Sommerferien 2017 sei es mit Riesenschritten auf die Abi-Prüfungen zugegangen. „Für die Aktiven der Theatergemeinschaft und auch für die HurryCan-Mitglieder waren die Zerbster Prozessionsspiele Anfang September eine enorme Herausforderung und auch Belastung. Ich habe euch bewundert“, betont die Schulleiterin.

Das vierte Kurshalbjahr habe es in sich gehabt. „Ihr habt das Vorabitur gestemmt. Es war kräftezehrend und für manche auch demotivierend. Am Ende wurden 70 Schüler zum Abitur zugelassen und ihr habt den letzten Schultag ausgiebig gefeiert“, sagte Schimmel.

Neun Schüler unter 1,5

Die Prüfungen seien das Maß aller Dinge gewesen, „und das Ergebnis im Zusammenspiel mit den letzten beiden Jahren sehen wir nun heute hier“, freut sich die Schulleiterin.

Die Jahrgangsbesten mit einem Notendurchschnitt von unter 1,5 sind: Elisabeth Wesenberg 1,0, Jiska Dorina Heil 1,1, Marco Gaube 1,2, Max Schulze 1,3, Helene Heyer 1,3, Hanna Heyer 1,4, Jonathan Reschke 1,4, Walli Böhme 1,4 und Melina Lökes ebenfalls mit 1,4.

„Sucht euch euren Platz im Leben. Wir haben nur den Grundstock gelegt“, wendet sich Schimmel an die Abiturienten und fügt an: „Bleibt weiter neugierig, denn ihr seid unsere Zukunft. Meistert euer Leben, vergesst das Francisceum nicht, wo euer Anfang war. Wir sind neugierig, was aus euch wird.“

Großer Dank an alle Lehrer und Familien

Im Anschluss ergriffen Lena Ball und Marco Gaube das Wort. Sie ließen ihre Francisceum-Zeit Revue passieren und erinnerten in diesem Zusammenhang an die eine oder andere Anekdote.

„Wir haben unsere Zeit in den alt-ehrwürdigen Mauern dieser geschichtsträchtigen Schule genossen und sind stolz Francisceer zu sein“, erklären Ball und Gaube im Namen des Abschlussjahrgangs. Sie danken dem gesamten Lehrerkollegium und besonders ihren Klassenleiterinnen und der Schulleiterin Veronika Schimmel, „die es alle nicht immer leicht mit uns hatten. Wir sind ihnen allen und unseren Familien, besonders unseren Eltern zu großem Dank verpflichtet“, betonten Lena Ball und Marco Gaube im Namen aller.