Zerbst l Das Fest rückt näher und aller Orten steigt die Spannung. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Einkäufe, putzen, der Baum und das Festmenü. Alles soll nach Möglichkeit perfekt sein. Da verlieren wir schon einmal schnell aus den Augen, worum es an Weihnachten wirklich geht – um Familie und Freunde, Gemeinschaft. Wenn auch nicht alle Scholl-Kinder die Möglichkeit haben, das Fest zu Hause zu verbringen, so soll es natürlich auch den Kindern an nichts fehlen, die Weihnachten im Heim bleiben müssen.

Alle müssen mit anpacken

Bevor sich jedoch ein Teil der Kinder aus dem Staub macht, hatte auch die Wohngruppe an der Breite zu einer kleinen Feier mit Brunch eingeladen. Auf dem Speisenplan standen leckere Sachen wie Kartoffel- oder Nudelgratin, gefüllte Champignons, Wildbraten, Schnitzel, Bouletten und verschiedenes Gemüse. Und natürlich waren die Steppkes mehr als gespannt, ob das Christkind auch ihre Wunschzettel abgearbeitet hat, denn nach dem Schlemmen stand die Bescherung auf dem Programm.

Die Kinder haben resultierend aus ihrem Lebensweg einen hohen Bedarf an Betreuung, Exklusivität und Geborgenheit. Das gilt umso mehr in der Weihnachtszeit. Da geht es nicht nur um Geschenke, vielmehr wollen und brauchen die Kinder und Jugendlichen Struktur, einen Tagesablauf und vor allem viel Gemeinschaft und Nähe. Struktur schließt den wöchentlichen Großputz ein – inklusive Bettenbeziehen. „Da müssen alle ran und anpacken“, sagt Peggy Müller-Pryk. Feste Aufgaben und ein fester Tagesablauf gehören ebenso dazu wie die das gemeinsame Kochen.

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Während die Kinder der einen Wohngruppe lecker essen und Geschenke auspacken, sind die anderen zum Dessauer Weihnachtsmarkt aufgebrochen. Auch hier gibt es jede Menge Spaß, Karussells und weihnachtliche Leckereien.

Gefühle fordern und fördern

Unbeschwert Kind sein zu dürfen, sich selbst wahr-, seine Bedürfnisse ernst nehmen und vor allem gefordert und gefördert zu werden – Gefühle die manche Kinder und Jugendliche bis dahin nicht kannten – auch und gerade das bedeutet Leben im Zerbster Kinderheim.

Sicher ist das Leben im Kinderheim alles andere als ein Elternersatz, das soll es auch gar nicht sein. Schließlich wird von allen darauf hin gearbeitet, dass die Kinder irgendwann zu ihren Eltern zurück können und dürfen. Dennoch: Das Leben ist für die meisten Bewohner mehr als Begleitung und Unterstützung im täglichen Leben.