Ronney/Zerbst l Nabu und LBV haben in diesem Jahr zum achten Mal zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ aufgerufen. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa zogen. 2017 beteiligten sich an der Aktion insgesamt mehr als 120.000 Vogelfreunde. Aus 82.000 Gärten und Parks wurden rund 2,8 Millionen Vögel gemeldet.

Schüler vom Francisceum dabei

Mit von der Partie waren in diesem Jahr auch wieder 67 Schüler vom Zerbster Gymnasium Francisceum. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften, die vom Umweltzentrum Ronney durchgeführt werden, waren die Schüler mit Ferngläsern und den Zählformularen unterwegs im Schloßgarten und im Rephuns Garten, um die gefiederten Freunde zu zählen.

„Wir haben im Vergleich zum letzten Jahr weniger Blaumeisen und Kohlmeisen gezählt“, sagte Marie Henke vom Umweltzentrum Ronney, die die jungen Naturranger betreut. Aber auch Amseln waren verstärkt anzutreffen. Der Sperling war wieder der Spitzenreiter.

Die Zwischenbilanz der achten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ zeigt, dass der vergangene Winter mit den sehr geringen Vogelzahlen offenbar eine Ausnahme war. „Von den meisten Arten wurden bei der Stunde der Wintervögel in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt“, gab der NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller bekannt. Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Wintervögel pro Garten im langjährigen Trend leicht rückläufig.

An den bisher erfassten Meldungen zeigen sich Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Teilzieher. Viele Stare und Heckenbraunellen sind hier geblieben. Eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst. Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten hierher zu ziehen.

Der Haussperling ist mit im Schnitt 5,7 Exemplaren pro Garten wieder der am häufigsten gemeldete Vogel. Die Kohlmeise (5,3) hat den Abstand zur Spitze wieder verkleinert. In diesem Jahr hat sie den Titel der am weitesten verbreiteten Art ergattert.

Noch bis zum 15. Januar können Zählergebnisse nach gemeldet werden, auch die Eingabe der postalisch eingegangenen Meldungen steht noch aus. Die Endauswertung der Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar geplant.