Zerbst l „Wäre unsere Seite am Netz geblieben, hätten Hacker leichtes Spiel gehabt.“ Damit erklärt Volker Krüger, Vorstandsmitglied der Kommunalen Beschäftigungsagentur (KomBA), die derzeitige Steinzeit-Version, mit der sich das Jobcenter des Landkreises präsentiert. Genau genommen besteht die Internetseite nur aus einer Seite, auf der die wichtigsten Ansprechpartner mit Kontaktinformationen angegeben sind.

„Unsere Seite wurde nicht gehackt“, beruhigt Krüger. Die Abschaltung sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Hätte man die Seite nicht vom Netz genommen, „dann wären diverse Szenarien möglich gewesen wie eine Implementierung von Schadsoftware“, bemerkt Krüger. „Aber dazu ist es nicht gekommen.“

Sensible Daten nicht in Gefahr

Der KomBA-Vorstand versichert, „selbst wenn unsere Seite gehackt worden wäre, hätte niemand Zugriff auf sensible Daten wie beispielsweise unserer Kundendatenbank gehabt“. Der Grund: Die Webseite sei nicht Bestandteil des Netzwerkes und greife somit nicht auf interne Datenbanken zu. Die Problem-Seite habe sogar auf einem anderen Server gelegen. „Damit bestand bezüglich Datendiebstahls zu keiner Zeit eine Gefahr.“ Seit der Sicherheitsabschaltung der KomBA-Seite Mitte des vergangenen Jahres müssen sich die Benutzer mit einem sehr eingeschränkten Service abfinden.

Krüger blickt zurück: „Unser Online-Auftritt ging mit der Überführung des Jobcenters in die alleinige kommunale Trägerschaft einher.“ Damals habe man sich der aktuellsten Version eines der modernsten Content-Management-Systeme bedient. In den folgenden Jahren seien die vom Anbieter zur Verfügung gestellten Sicherheitsupgrades genutzt worden. „Im vergangenen Jahr wurden diese jedoch für die von uns genutzte Programmversion vom Anbieter eingestellt.“ Damit wäre die Webseite nicht mehr ausreichend geschützt gewesen. „Wenn es für eine Programmversion keine Sicherheitsupgrades mehr gibt, entstehen selbstverständlich Sicherheitslücken“, so Krüger. „Eine Kompatibilität unserer Seite mit der neuen Programmversion war leider nicht gegeben, so ist der Neuaufbau der Webseite alternativlos, im eigenen Haus aber nicht zu leisten“, erklärt Krüger. Eine Vergabe an eine Firma sei langwierig, denn im öffentlichen Dienst müssen derartige Aufträge ausgeschrieben werden. „Gleichzeitig mehrten sich Hinweise, dass Webportale, die mit gleicher Software erstellt worden waren wie die unsrige, immer öfter Hackerangriffen ausgesetzt waren.“ Also habe sich die KomBA entschieden, die Seite abzuschalten.

„Gänzlich lassen sich Sicherheitsprobleme nicht ausschließen, weil Hackerangriffe und Cyberkriminalität ein globales Problem darstellen“, geht Krüger auf zukünftige Maßnahmen ein, um Sicherheitsprobleme zu minimieren. „Dennoch haben wir uns entschlossen, unsere Seite nicht nur professionell erstellen zu lassen, sondern auch die abschließende technische Administration in die Hände von Fachleuten zu geben, deren Job es ist, sich auch um einschlägige Sicherheitsfragen zu kümmern.“ Auch dies sei Bestandteil der Ausschreibung.

Mitte des Jahres neue Seite

Die Vorbereitungen seien dafür bereits abgeschlossen. „Wir wollen spätestens Mitte 2017 wieder online sein“, stellt das Vorstandsmitglied in Aussicht. „Dass wir uns mit der Ausschreibung etwas mehr Zeit gelassen haben, hängt auch damit zusammen, dass ein einfaches Re-Design der alten Seite für uns nicht in Frage kam.“ Das bedeutet, die Seite bekommt ein ganz neues Gesicht. Krüger verrät, man habe sich intensiv mit der gewünschten Funktionalität der neuen Seite auseinandergesetzt. „Im Ergebnis kann ich schon heute sagen, sie wird moderner im Design und bedeutend anwenderfreundlicher sein.“ Als Beispiel nennt Krüger unter anderem Interaktivität und Barrierefreiheit.

Doch dieser Anspruch sei nur eine Seite der Medaille. „Dem gegenüber stehen nur sehr begrenzte finanzielle Mittel, die dem Jobcenter zur Umsetzung zur Verfügung stehen.“