Zerbst/Anhalt-Bitterfeld l Die Müllgebühren sollen künftig sinken, so wurde es bereits im Landwirtschaftsausschuss des Landkreises Anhalt-Bitterfeld besprochen. Jetzt wird es konkreter. Mittlerweile wurde ein Preisblatt erstellt, in dem verschiedene Konditionen aufgeführt sind. Darüber soll morgen beim Kreistag entschieden werden. Der Aufsichtsrat der Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke GmbH hat bereits einstimmig zugestimmt.

Was hält die Neukalkulation bereit? Bei den Neuberechnungen für die Preise der Müllentsorgung fiel auf, dass die jetzigen Gebühren, sowohl bei den Preisen für die Anzahl der Personen als auch bei der Müllmenge im privaten Bereich, sowie bei den gewerblichen Kunden mehr als kostendeckend sind. Dadurch wurde beschlossen die Müllgebühren durchgängig zu senken.

Ebenso reduzieren sich die Entgelte für die gesonderten Umleerungen für Restabfall als auch für Bioabfall. Unverändert bleiben die Gebühren für den Behältertausch und die Preise für den Wechsel der Entsorgungsvariante.

Warum es jetzt zu einer Senkung der Gebühren kommt, wurde bereits im Landwirtschaftsausschuss ausführlich erklärt: Die einst geforderten Gebühren deckten die Kosten der Müllentsorgung in den vergangenen drei Jahren nicht nur, sondern fuhren sogar ein fettes Plus ein. Im Jahr 2015 überstiegen die Einnahmen die Kosten um gut 430.000 Euro. Als Grund nannte der Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gesunkene Kosten eines Dienstleisters in der Entsorgung. Die Kosten seien damals um 3,3 Prozent gesunken. Dies habe zu weniger Ausgaben und damit zu dem Überschuss geführt.

Im Jahr 2016 wuchsen die Mehreinnahmen noch einmal an. Die Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke erzielten einen Überschuss von 873.000 Euro. Hierfür sei die Ursache eine falsch angenommene Einwohnerentwicklung gewesen, hieß es. Die Bevölkerung sei nicht so stark gesunken, wie von der Bevölkerungsprognose vorhergesagt. Damit habe es mehr Bürger im Landkreis gegeben. Diese hätten mehr Müll produziert als vorhergesagt. Dadurch stiegen die Einnahmen, erklärte er.

Mit gut 1,3 Millionen Euro geht das Kreisunternehmen in den nächsten Kalkulationszeitraum. In diesem und im kommenden Jahr sollen die Mehreinnahmen aus den Jahren 2015 und 2016 ausgeglichen werden. Nach dem Kommunalabgabengesetz ist das Unternehmen dazu verpflichtet. Das wiederum freut hoffentlich die Kunden, denn der Ausgleich erfolgt über eine Senkung der Gebühren.