Zerbst l Die Anwohner der Neuen Brücke 10 sind stink sauer. Am Sonnabendmorgen melden sie sich in der Lokalredaktion und berichten von der nächtlichen Zerstörungswut einiger Jugendlicher. „Am Abend ziehen sie hier mit ihren Bierkästen vorbei in Richtung Schlossgarten. Einige von ihnen können Bier augenscheinlich noch nicht einmal schreiben“, berichten sie.

Und in der Nacht, wenn ihre Feierlichkeiten im Schlossgarten beendet seien, würden sie dann erneut an dem Mehrfamilienhaus vorbei ziehen, „aber dann nicht mehr ganz so friedlich“, berichten die Bewohner.

Wenn man von der Alten Brücke zu Fuß in Richtung Schlossgarten will, ist dies der kürzeste Weg, vorbei eben an jenem Wohnblock. „Auf dem Hinweg ist ja noch alles friedlich. Aber des nachts, wenn sie sich auf den Heimweg machen wird es teilweise recht ungemütlich“, schildern die Anwohner. Gegröle sei da noch das kleinste Übel.

„Immer wieder werden Blumen aus unseren Rabatten vor dem Haus entweder ab- oder ganz herausgerissen, wie eben auch in der vergangenen Nacht“, erzählt ein Bewohner des Hauses. „Dann wird gegen die Eingangstür getreten, dass man aus dem Bett fällt“, schildert ein anderer Anwohner und zeigt auf mehrere Dellen an der Haustür. Die Anwohner sind sichtlich genervt und sauer. „Wieso können die Jugendlichen nicht genauso friedlich nach Hause gehen, wie sie auch gekommen sind? Ich verstehe das einfach nicht“, macht eine Anwohnerin ihrem Ärger Luft.

Kein Mensch wolle den jungen Menschen verbieten sich zu treffen und auch ein Bier zu trinken. „Aber wieso muss am Ende solcher Treffen immer randaliert werden, egal ob an der Schwimmhalle, hier bei uns oder anderswo“, fragen sich die Anwohner und appellieren an die Vernunft.