Zerbst/Dessau l „Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin sehr robust“, konstatiert Sabine Edner am Mittwoch bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen. „Trotz vieler Herausforderungen geht der Abbau der Arbeitslosigkeit nahezu ungebremst weiter“, kommentiert die Agenturchefin für die Region Dessau-Roßlau-Wittenberg die Statistik für den Monat Mai.

Demnach ist die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk im Vergleich zum April von 8,3 auf 8,1 Prozent gesunken. Dabei stellt sich die Entwicklung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld recht unterschiedlich dar. Der niedrigste Wert konnte in Bitterfeld verzeichnet werden, wo sich die Quote um 0,3 auf 6,5 Prozent verringerte, der höchste musste unterdessen in der Geschäftsstelle Zerbst notiert werden, obwohl auch dort der Abwärtstrend weiterging. So reduzierte sich die Quote von 9,6 auf 9,4 Prozent. Das heißt, es waren im Mai nur noch 1023 Personen ohne Arbeit – 42 weniger als im Vormonat. Dabei meldeten sich 232 Frauen und Männer arbeitslos, während 72 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten.

Gleichzeitig ist der Stellenbestand um 4 auf 73 gesunken. Auch das ist allerdings eine kreisweite Tendenz. So sind beim Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur für den Raum Anhalt-Bitterfeld momentan 797 offene Stellen erfasst – im April waren es noch elf mehr. Stellt man die Anzahl aller Erwerbslosen im Kreis gegenüber – 6548 sind das insgesamt –, zeigt sich, wie weit die Schere auseinanderklafft zwischen Angebot und Nachfrage. Besonders hoch ist der Stellenbedarf derzeit beim verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe sowie Gesundheits- und Sozialwesen.

Auch Langzeitarbeitslose profitieren

Als positiv schätzt Sabine Edner ein, dass ebenfalls bei Personengruppen mit schwierigem Arbeitsmarktzugang wie etwa Älteren und auch Langzeitarbeitslosen deutliche Rückgänge zu verzeichnen sind, „aber nicht immer in stabilen Arbeitsverhältnissen“, ergänzt sie.

So hat sich beispielsweise im Bereich der Geschäftsstelle Zerbst die Anzahl der Langzeitarbeitslosen geringfügig von 399 auf 392 reduziert, bei den über 55-Jährigen hat die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer gleichsam minimal abgenommen und sich von 298 auf 289 verringert. Bei der Jugendarbeitslosigkeit musste hingegen ein schwacher Anstieg von 3 Prozent verzeichnet werden – das bedeutet von 67 auf 69 Jugendliche.

Besser sieht die Situation auf dem Ausbildungsmarkt aus. Ende Mai besaßen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 300 Bewerber noch keine Lehrstelle. Dem gegenüber standen 394 unbesetzte Ausbildungsstellen.

Doch zurück zum Arbeitsmarkt. Sabine Edner ist zuversichtlich, dass die Quote der Erwerbslosen weiterhin sinken wird. Ein Grund für ihre Annahme ist, dass Arbeitskräfte knapper geworden sind. „Die Stammbelegschaften werden deshalb länger gehalten und weniger schnell entlassen als noch vor ein paar Jahren“, erläutert die Agenturchefin. Daneben wirke auch die demografische Entwicklung stark entlastend.