Zerbst l Das Verlangen nach einer Veränderung ließ Guido Schenkendorf aus dem brandenburgischen Jüterbog nach Zerbst ziehen. Auf der Heide hat er sein Atelier eingerichtet. Alte Möbel säumen die Wände, ein Tisch mit Stühlen lädt zum Verweilen. Überall hängen und stehen seine Werke – Acrylgemälde, Skulpturen aus Holz und Plastiken aus Stein. Ein Reißbrettgestell dient als Staffelei, daneben Pinsel, Farben, Grundierung und weitere Utensilien, um eine Leinwand zu füllen.

„Ich bin seit 28 Jahren freiberuflich tätig“, sagt der gebürtige Konstanzer. Er ist ein zurückhaltender Erzähler, der vielmehr in seiner Kunst aufgeht. Bereits als Kind habe er gezeichnet, blickt Guido Schenkendorf zurück. Er lernte zunächst den Beruf des Tischlers, bevor er sich als Restaurationstischler spezialisierte und sich damit ein zweites Standbein neben seiner Arbeit als Maler und Bildhauer aufzubaute.

Viel Experimentierfreude

„Ich konzentriere mich immer auf ein Projekt. Dann läuft es auch“, sagt der 48-Jährige. Vielfältige Ergebnisse seiner Kreativität umgeben ihn und spiegeln seine Experimentierfreude wider. „Anfangs habe ich realistisch gearbeitet, Natur- und Stadtansichten gezeichnet“, erzählt Guido Schenkendorf. Inzwischen sind seine Werke deutlich abstrakter geworden, statt mit Öl- malt er mit Acrylfarben.

Bilder

Aber auch Porträts gehören zu seinem Schaffen. Erfolgreich ist er zudem mit seinen floralen Skulpturen, zwei von ihnen stehen im Park von Bad Belzig. „Bildhauerei hat mit Statik zu tun, man kann nur nach innen arbeiten“, schildert er die Herausforderung, die ihn reizt.

Künstler probiert gern Neues aus

Der 48-Jährige probiert gern Neues aus. Ins Auge fallen grazile, zerbrechlich wirkende Objekte, bei denen er eine besondere Technik anwendet. „Das ist gebogenes Holz, das ich mit Papier und Kreide beschichtet habe“, erläutert der Künstler. Auch Sandstein entlockt er seinen Figurenreichtum, verwandelt die Brocken mal in das Gesicht eines Philosophen, dann in eine verdrehte Blüte.

Mit seinen Werken versucht Guido Schenkendorf Verwirrung zu stiften, „weil das Kreativität bringt“, wie er sagt. Der 48-Jährige möchte seine Mitmenschen zum Querdenken anregen. „Das hat leider etwas nachgelassen“, findet der Wahl-Zerbster.

Restaurieren alter Möbel sorgt für Muße

Noch als er in Brandenburg lebte, unternahm er mal einen Abstecher in die Rolandstadt, der ihn zu etlichen Gemälden inspirierte und bei dem er dem damaligen Museumsdirektor Heinz-Jürgen Friedrich begegnete. Das zufällige Zusammentreffen mündete 2001 darin, dass Guido Schenkendorf die Personalausstellung bei den 36. Zerbster Kulturfesttagen gestaltete. Unter dem Titel „Kranich und Sonnensegel“ präsentierte er Bilder und Skulpturen.

Nun hat er Zerbst zu seiner neuen Wirkungsstätte erkoren. Dort, wo Kfz-Meister Arno Schmidt seine Werkstatt hatte, betreibt der 48-Jährige nun sein „Atelier für freie Kunst und Restaurierung“. Denn dem Restaurieren wertvoller Möbel geht er nach wie vor sehr gern nach.

Offenes Atelier

Am 2. und 3. November jeweils von 11 bis 17 Uhr lädt Guido Schenkendorf in sein Atelier für freie Kunst und Restaurierung ein. Zu finden ist es auf der Heide 17 (ehemals Autowerkstatt Arno Schmidt).