Zerbst l Das Zerbster Tierheim schließt mit Jahresende. Die aktuelle Personal- und Kostensituation führte zu dieser Entscheidung. Ohne höhere finanzielle Zuschüsse und zusätzliches Fachpersonal könne die Einrichtung nicht weiterbetrieben werden, hatte sich der Tierschutzverein hilfesuchend an die Stadt gewandt.

Den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses erläuterte Vereinsvorsitzende und Tierheimleiterin Diana Hofmann ausführlich die Situation. Auch von der deutlichen Überbelegung mit Katzen berichtete sie im Gremium.

Tierheim schließt zum Jahresende

Das wiederum mündete in einem vom Veterinäramt empfohlenen Aufnahmestopp. Daraufhin kündigte der Verein den bestehenden Vertrag mit der Stadt Zerbst zur Aufnahme von Fundtieren auf. An dem Entschluss änderte auch ein Gespräch zwischen dem Vereinsvorstand und Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) nichts. Es blieb bei der außerordentlichen Kündigung zum 31. Dezember 2020.

Über diese Entwicklung informierte der Rathauschef auf der jüngsten Stadtratssitzung. Wie Dittmann in seinem Bericht schilderte, wolle der Tierschutzverein das Gelände in der Biaser Straße bis Jahresende leer übergeben. „,Leer‘ heißt in dem Fall ohne Tiere und bauliche Anlagen“, erläuterte der Bürgermeister. Er habe dem Verein allerdings das Angebot unterbreitet, die Hundezwinger und Katzenhäuser bewerten zu lassen, um über deren Erwerb zu verhandeln.

Corona durchkreuzt Pläne

„Ein Fortsetzungsgespräch hatten wir für den 13. November vereinbart“, so Dittmann. Diesen Termin könne der Verein jedoch nicht einhalten, da sich jener über die Details der Tierheimschließung bei einer ordentlich einzuberufenden Mitgliederversammlung erst verständigen muss.

Die notwendige Zusammenkunft hatte der Tierschutzverein für den 25. November angesetzt. An dem Tag sollte die ursprünglich für April angedachte Jahreshauptversammlung nachgeholt werden. Nun durchkreuzt die Corona-Pandemie erneut die Pläne. Dennoch muss über die Auflösung des Vereins und darüber, wie mit dem Vereinseigentum umgegangen wird, abgestimmt werden.

Gespräche mit Tierpensionen laufen

Wie Diana Hofmann auf Nachfrage informierte, ist bislang offen, ob die Versammlung trotz der derzeitigen Beschränkungen vielleicht doch stattfinden kann. Wenn nicht, wäre eine schriftliche Befragung der Mitglieder denkbar, um zum erforderlichen Meinungsbild zu kommen.

Derweil läuft in der Stadtverwaltung die Suche nach einer Alternative zur Unterbringung der Fundtiere, die bis jetzt noch im Tierheim abgegeben werden. „Zur Vorbereitung einer Folgelösung werden derzeit Gespräche mit Tierpensionen geführt, die als positiv bezeichnet werden können“, teilte der Bürgermeister den Stadtratsmitgliedern mit. Parallel werde die Ausschreibung einer Personalstelle vorbereitet und auf den Weg gebracht, um eine Übergangslösung für das Tierheim in Trägerschaft der Stadt auf den Weg zu bringen, ergänzte er.

Übergangslösung wird gesucht

Stadtrat Steffen Grey (FDP) wollte von Andreas Dittmann wissen, ob der Haupt- und Finanzausschuss über die weitere Entwicklung in Sachen Tierheim und den Alternativen auf dem Laufenden gehalten werde. „Mir ist es wichtig, dass die möglichen und verschiedenen Varianten vorgestellt und ergebnisoffen diskutiert werden, sodass wir eine Entscheidungsgrundlage haben und eine tragbare Lösung finden“, sagte Grey.

Das könne er klar zusagen, so Dittmann. „Deswegen hatten wir ja auch mit den Ausschussmitgliedern den Vor-Ort-Termin, weil hier eben viele Punkte zu berücksichtigen sind“, erklärte der Bürgermeister.

Tiere werden weitervermittelt

Diana Hofmann und ihre Mitstreiter sind unterdessen momentan damit berschäftigt, die noch etwa 90 Katzen und acht Hunde im Tierheim entweder zu vermitteln oder auf andere Einrichtungen zu verteilen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das in dem engen Zeitrahmen bis Jahresende packen“, ist sie zuversichtlich. „Wir haben schon viele Interessenten“, erzählt Diana Hofmann. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation bittet sie aber, vor einem Tierheim-Besuch unbedingt einen Termin zu vereinbaren.