Zerbst l Stolz halten Reinhild und Bernd Richter ihre neue grüne Hausnummer in den Händen. Es ist eine Auszeichnung, die ein nach außen sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sein soll. Bei einer Auszeichnungsveranstaltung auf der Saale-Bau in Halle sind sie kürzlich als erste Preisträger im landesweiten Wettbewerb um die „Grüne Hausnummer Sachsen-Anhalt“ ausgezeichnet worden. „Klaus Rehda, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, überreichte den Preisträgern eine Urkunde und ein für jeden individuell angefertigtes Hausnummernschild“, sagt Bernd Richter.

Erste Bewerbung in Sachsen-Anhalt

Seine Bewerbung sei die erste überhaupt in Sachsen-Anhalt gewesen, die bei der Jury eingegangen ist. Bewerben für die „Grüne Hausnummer" können sich private Eigentümer von Ein- und kleinen Mehrfamilienhäusern. Das Gebäude muss bereits fertiggestellt sein. „Der Fokus der Aktion liegt auf nachhaltigen, ökologischen – wenn möglich auch regionalen – Baustoffen, innovativer, architektonisch gelungener Umsetzung von Energieeffizienz“ erklärt Richter.

Als Bernd Richter von der Aktion hörte, entschloss sich das Ehepaar die Bewerbungsunterlagen einzureichen. Der Umbau des Gebäudes gestaltete sich jedoch alles andere als einfach, denn das Haus steht unter Denkmalschutz. „Wir durften die Ansicht der Front optisch nicht verändern", sagt Bernd Richter. So haben sie sich für die Wärmedämmung etwas anderes einfallen lassen müssen.

Bilder

Zahlreiche Unterlagen sind einzureichen

„Es gibt die Möglichkeit, Holzfaserweichdämmplatten von innen anzubringen, doch kein Handwerker wollte das übernehmen“, erklärt Richter. Schließlich hätten er und seine Frau eine Firma in Thüringen gefunden, die Erfahrung mit dieser Bauweise hatte.

Auch die Fassadenfarbe sollte nachhaltig sein. „Die Farbe, die wir gewählt haben, dringt in den Putz ein und ist deshalb besonders nachhaltig, weil sie um ein Vielfaches länger hält als andere Produkte“, betont er.

Viele Kriterien zu erfüllen

Ähnliche Kriterien würden unter anderem auch für Türen, Fenster oder die Trittschalldämmung gelten, bei denen ökologisch, nachhaltige Baustoffe verwendet wurden. Des weiteren mussten ein Energiepass erstellt und mit den Bewerbungsunterlagen eingereicht, zahlreiche Rückfragen beantwortet und Fotos nachgereicht werden.

Das alles hielt die Richters nicht davon ab, an ihrer Bewerbung für die „Grüne Hausnummer“ festzuhalten. „Das ist unsere Überzeugung, auf Ökologie und Nachhaltigkeit zu achten“, betont Bernd Richter.

Jetzt heißt es erst einmal das neue Nachhaltigkeits-Aushängeschild sichtbar am Haus anzubringen. „Wir freuen uns sehr, dass wir zu den ersten in Sachsen-Anhalt gehören, die mit der Grünen Hausnummer ausgezeichnet wurden“, sagen beide stolz.