Zerbst l Sie gehen noch zur Schule, sind Azubis oder Studenten, alle zwischen 15 und 20 Jahre alt. Gemeinsam ist ihnen vor allem das Interesse an der Kunst, an einer künstlerischen Auseinandersetzung mit sich und der Welt. Die Francisceumstiftung bietet ihnen mit dem 1995 ins Leben gerufenen Kunstwettbewerb „Junge Kunst in Anhalt“ eine Plattform, auf der sie im Rahme der Zerbster Kulturfesttage ihre künstlerischen Arbeiten zeigen und sich mit Gleichaltrigen messen können.

138 Kunstwerke

Die Stiftung fördere besonders außerschulische Aktivitäten wie beispielsweise Ökogruppen der Schule, Projekte mit wissenschaftlichem Charakter, die Schülerfirmen und eben auch den Wettbewerb „Junge Kunst in Anhalt“.

Insgesamt 138 Kunstwerke in den Kategorien Malerei, Grafik und Foto, Plastik und Objekte gingen in diesem Jahr an den Start. Außerdem wurden zahlreiche Anerkennungs- und ein Publikumspreise vergeben. Annett Heydecke, Annemarie Reimann, Siegfried Döring und Gerhard Mattes bildeten die Jury und hatten es wie immer nicht leicht, die Preisträger aus den zahlreichen Kunsttalenten zu ermitteln.

Bilder

21 Auszeichnungen

21 Werke und die jungen Künstler, die sie geschaffen haben, wurden am Ende ausgezeichnet. Davon gingen sechs Preise nach Zerbst. Den Publikumspreis konnte Laura Taube (Ciervisti) mit nach Hause nehmen. Die 17-Jährige verschlingt Bücher regelrecht. Das kommt auch in ihrem Kunstobjekt zum Ausdruck. Mehr als drei Wochen hat sie sich mit ihrer „Hommage an das Buch“ beschäftigt, mit Erfolg. „Ich freue mich riesig über den Preis“, sagt Laura strahlend.

Silas Reschke und Maik Spuling heimsten in der Kategorie Plastik und Objekt in der Altersgruppe 18 bis 20 Jahre den 1. Platz ein. Die beiden Francisceer wollen mit ihrem Objekt auf das Insektensterben aufmerksam machen. „Aus einem Blatt sind die kleinen Tierchen gefaltet, ohne einen einzigen Scherenschnitt“, erzählt Silas. Am Ende haben sie die Insekten in der Innenstadt verteilt und fotografiert.

Werke in der Wanderausstellung

Emilia Simon und Miriam Schmied aus dem Zerbster Francisceum belegten in der Kategorie Grafik und Fotografie den 3. Platz. Die Collage der 16- und 17-jährigen Schülerinnen gegen Rassismus setzt sich aus vielen Puzzleteilen verschiedenster Menschen zusammen. „Am Ende ist es wieder ein Mensch, unabhängig von der Herkunft, der Religion, dem Alter oder dem Aussehen“, beschreibt Emilia das Werk der beiden Mädchen.

Johann Reifarth hat ein anderes Hobby und viele alte Teile in seinem Kunstobjekt verarbeitet. Für seine „Lampe 1999 – stromaufwärts“ erhielt er den 2. Preis in der Kategorie Plastik und Objekt. „Mehr als 14 Stunden habe ich an der Lampe gearbeitet“, schildert der 19-Jährige. Die Forelle stehe sinnbildlich für das Schwimmen gegen den Strom, um am Ziel dann den Laich abzulegen.

Bennet Rietdorf ist leidenschaftlicher Hobbyfotograf und bekommt für seine Bilder nicht zum ersten Mal einen Preis, auch bei der „Jungen Kunst“ 2018 war er bereits erfolgreich, in diesem Jahr erhält er dort nun den ersten Preis in der Kategorie Grafik und Fotografie. „Fotografie ist ein Teil von mir und gehört zu den Dingen, die mich tagtäglich motivieren kreativ, erfinderisch und ehrgeizig zu sein“, sagt der Zwölftklässler. Das Reisen und Entdecken neuer Orte gehöre zu seinen Passionen und im Gepäck ist immer die Kamera. „Mir ist es wichtig, dass die Bilder verschiedene Emotionen ausstrahlen“, erklärt der Gymnasiast. Einen Anerkennungspreis erhielt Pauline Svea Peters, ebenfalls aus dem Zerbster Francisceum.

Die Arbeiten der jungen Künstler sind nach den Kulturfesttagen in einer Wanderausstellung zu sehen. Gezeigt werden sollen sie unter anderem in den Räumen der Sparkasse Köthen und im Zerbster Rathaus.