Lindau l Die Spargelsaison ist lange vorbei, aber dennoch soll das Edelgemüse noch einmal im Mittelpunkt stehen. Auf zirka 20 Hektaren wird bei der Agrico Lindauer Naturprodukte Spargel angebaut. 2018 wurden rund 90.000 Kilogramm Spargel auf den Feldern geerntet, davon gingen rund 66.000 Kilogramm in den Verkauf.

Urkunde überreicht

Kein überragendes Spargeljahr, finanziell wurden nur 78 Prozent des Vorjahres eingefahren. Aber im Gegensatz zu anderen Spargelanbauern, die in den vergangenen Jahren die Segel gestrichen haben, schreibt Agrico schwarze Zahlen mit seinem Qualitätsprodukt.

In der kommenden Saison darf der Lindauer Spargel nun mit dem Label „Regionalmarke Mittelelbe“ versehen werden. Die Urkunde bekam Agrico-Vorstand Hans-Joachim Wuttig gestern vom stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Regionalmarke Mittelelbe Harald Wetzel überreicht. Der Fachbeirat der Regionalmarke Mittelelbe hat auf seiner letzen Sitzung im September den Antrag des Landwirtschaftsbetriebes einstimmig bestätigt und dem Produkt Spargel die Regionalmarke Mittelelbe verliehen.

„Wir legen Wert darauf, dass bei den Produkten Rohstoff und Wertschöpfung aus der Region kommen“, erklärte Wetzel. Produkte und Dienstleistungen werden von dem Fachbeirat unter die Lupe genommen. 17 Regionalmarken konnten in diesem Jahr bereits verliehen werden, vier oder fünf könnten noch dazu kommen.

Täglich frisch auf den Markt

Die Marke gilt für die Dauer von vier Jahren. Dann muss der Antragsteller nachweisen, dass die Kriterien die gleichen geblieben sind, um sie weiter zu führen. Zirka 230 Produkte von Unternehmen, die ihren Sitz im Raum Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau, Köthen und Wittenberg haben, tragen die Auszeichnung, so Harald Wetzel. Zehn Jahre Regionalmarke kann im nächsten Jahr gefeiert werden. Entwickelt hatte das Label Dr. Ralf-Peter Weber, heute Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt.

Zur Auszeichnung waren in Lindau auch die mit von der Partie, die für die Qualität des Spargels in Lindau sorgen, für die sich Hans-Joachim Wuttig verbürgt. Als er vor 15 Jahren einstieg, stand für ihn die Frage, wie es mit dem Spargel weiter gehen soll, denn genug davon gab es auf dem Markt. Die Entscheidung fiel für Qualität. Spargelproduktion ohne Lagerung, möglichst täglich frisch. Nachweislich nimmt schließlich die gesundheitsfördernde Wirkung nach einigen Tagen ab.

„Wir müssen vermarkten, wie er wächst“, erklärte Hans-Joachim Wuttig. Eine Herausforderung in Anbetracht der Konkurrenz zu Spargel, der als Importprodukt in die Märkte kommt und angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen wie Mindestlohn und Arbeitszeitgesetzen. So effektiv wie möglich muss auch in Lindau produziert werden, Absatzschwankungen müssen ausgeglichen werden. Das erfolgt über Folienmanagment, unterschiedliche Pflanztiefen und den Einsatz von Vollerntern.

Sichere Wetterprognosen wären wünschenswert, so Wuttig, der sich auch gerne noch auf alte Bauernregeln verlässt. In diesem Dürrejahr war man auch bei der AgriCo an Grenzen gestoßen. Bleibt zu hoffen, dass 2019 wieder ein gutes Spargeljahr wird. Drei Hektar Spargel sollen neu gepflanzt werden, als Ersatz für eine Altanlage. Die Marke soll an den Verkaufsständen, Fahrzeugen und auf Rechnungen für das Produkt werben. Teurer macht das Label den Lindauer Spargel nicht, versicherte der Vorstand. Eine Imagekampagne - Regionalmarke Mittelelbe soll signalisieren, dass es zu 100 Prozent ein Produkt von hier ist.