Lindau/Steutz l Autoren vom Friedrich-Bödecker-Kreis waren dieser Tage in den Schulen der Stadt Zerbst und des Umlandes zu Gast. In der Lindauer Grundschule An der Burg konnten die Kinder die Autorin Elke Bannach und den Liedermacher Klaus W. Hoffmann begrüßen. „Wir begleiten uns gegenseitig“, erzählte Elke Bannach. Ihren Mann kannten die Kinder schon – nicht persönlich, aber seine Lieder. „Im Land der Blaukarierten“ kam nur wenigen bekannt vor, aber bei der Frage nach dem Elefanten, der in die Disco geht, gingen die Finger nach oben.

Das Buch, das Elke Bannach für die Dritt- und Viertklässler mitgebracht hatte, hat das Autorenpaar zusammen geschrieben. „1:0 für Greta“ stellte sie vor. Dazu hatte Klaus W. Hoffmann, wie es seine Angewohnheit bei jedem Buch ist, ein Lied gemacht. Er holte ein Instrument vor, das wie eine Minigitarre aussah. Wie diese Ukulele in den verschiedenen Ländern gespielt wird, stellte er an den Anfang, bevor er zum Mitsingen „Wir sind die starken Kinder“, animierte. „Das war ein schönes Lied“, kam die spontane Reaktion von Ben.

Elke Bannach begeistert Kinder

Aber auch mit dem, was sie aus dem Buch vorlas, begeisterte Elke Bannach die Mädchen und Jungen. Eine Geschichte um Kinder, um Fußball, und es muss ein Zwischenfall aufgeklärt werden. Es dreht sich um Freundschaft und Vertrauen, aber auch Mobbing wird thematisiert. Das alles als Fußball- und Krimigeschichte verpackt. Andere Erlebnisse der Hauptfigur Greta hörten die Erst- und Zweitklässler.

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„Ich lese bundesweit“, ließ Elke Bannach wissen. Seit 2000 schreibt die aus Nordrhein-Westfalen Stammende, Texte für Musiktheater, Lyrik und Geschichten für Kinder, ist seit 2012 als freiberufliche Autorin tätig. Durch ihren Mann sei sie zum Schreiben gekommen, erzählte sie. Dieser ist seit 1997 Schriftsteller. Das Paar lebt in Sandersdorf-Brehna. Langweilig wurden die Lesungen in Lindau nicht, denn immer wieder waren die Kinder zur Interaktion aufgefordert.

Lesung wird zum Mitmachtheater

Auf jede Äußerung seiner Zuhörer ging auch Jens Reinländer spontan ein. Seine szenischen Lesungen an der Steutzer Grundschule An der Elbaue hatten schon etwas von Mitmachtheater. Reinländer schlüpfte in die Rollen seiner Charaktere und ließ sie mit viel Mimik, Gestik und Spiel lebendig werden. Immer zwischendurch waren die Kinder gefragt, mitzudenken, und Vermutungen zu äußern. An Rebecca Rasfuzzis Unternehmungen mit ihren Freunden ließ Jens Reinländer die Kinder teilhaben. „Das ist kein Mädchenbuch“, hatte er die Jungen im Vorfeld beruhigt. Wer für die verschwundenen Buchstaben verantwortlich war, und ob die Welt wieder in Ordnung kam, ließ er offen. Dafür versprach der Mann aus Borna, bei Bedarf Bücher mit Autogrammen an die Kinder zu versenden. Die fanden es am Ende doch am Besten, Bücher zum Lesen zu benutzen und nicht als Fliegenklatsche, Regenschirm oder Hocker.

Der 1990 gegründete Friedrich-Bödecker-Kreis wird seit 1994 vom Land Sachsen-Anhalt institutionell gefördert. Er betreibt Lese- und Literaturförderung, widmet sich der jugendkulturellen Bildungs- und der literarischen Nachwuchsarbeit und trägt zur Förderung und Verbreitung der Gegenwartsliteratur des Landes bei.