Zerbst l Seit Juli wird an und in der Zerbster Friesenhalle in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße gewerkelt. Die Sporthalle wird von Grund auf saniert. „Nach 26 Jahren intensiver Nutzung nagte der Zahn der Zeit an unserer Sporthalle“, sagt Dietmar Mücke, Präsident des Zerbster Turnvereins „Gut Heil“ und blickt strahlend in die neuen Sanitärbereiche. Zuletzt sei die Halle 1992 saniert worden, nachdem die damaligen sowjetischen Streitkräfte aus Zerbst abgezogen waren, die die Friesenhalle bis dahin in Beschlag hatten.

„Wir haben den gesamten Sanitärbereich erweitert und auf den heutigen Standard gebracht“, freut sich Mücke. Auch eine behindertengerechte Toilette werde es in Zukunft in der Friesenhalle geben. „In der Halle selbst wurde das Parkett abgeschliffen“, erläutert der Vereinspräsident. Zuletzt sei das im Jahr 2006 geschehen. „Auch die Umkleideräume, die Küche sowie alle anderen Nebenräume werden saniert und erhalten neue Möbel“, so Dietmar Mücke.

Trapezbleche bieten Vorteile

Am nötigsten sei allerdings die Erneuerung des Daches gewesen. Hier habe man sich statt der üblichen Ziegel für Trapezbleche entschieden. „Die Bleche sind im Gegensatz zu den Ziegeln wesentlich leichter und die Kosten sind nahezu die gleichen“, sagt Dietmar Mücke.

Auch alle Außentüren rings um das Gebäude werden im Zuge der Sanierung erneuert. „Das hat nicht nur einen sicherheitstechnischen Hintergrund, sondern auch einen energetischen“, so Mücke. Der Verein hoffe so, erheblich bei den jährlich anfallenden Heizkosten einsparen zu können. Das gleiche gelte für die Wärmedämmung, die an der Außenfassade angebracht wurde.

Sprayer verschönern Außenwand

„Am Ende der Arbeiten erhalten alle Räume und die Fassade natürlich noch einen frischen Farbanstrich“, zählt Mücke die Arbeiten auf. Und letztlich fehle dann noch die Beschriftung an der Außenwand. „Auch die Schrift und das Logo werden wieder einen Platz an der Friesenhalle bekommen. Dies wird am Ende ein Sprayer übernehmen“, sagt der Vereinspräsident.

Sachsen-Anhalts Innen- und Sportminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte bei einem Besuch im Dezember 2017 seine Hilfe zu. „Ich gönne das jedem Verein. Es wäre auch für die Region eine sehr gute Sache, denn der Sport ist wichtig für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft“, so Stahlknecht damals.

Förderung hat geklappt

Eine Finanzierungszusage konnte der Minister bei seinem damaligen Besuch natürlich nicht geben, erläuterte den Zerbstern aber die verschiedenen Förderkonzepte. Er bot auch gleich an, die notwendigen Kontakte in seinem Hause auf Wunsch zu arrangieren.

Und es hat geklappt mit der Förderung. Rund 160.000 Euro erhält der Zerbster Turnverein „Gut Heil“ vom Land Sachsen-Anhalt als Zuschuss für die Sanierung der Friesenhalle. Von Lotto Toto kommen noch einmal knapp 32.000 Euro Fördermittel hinzu.

Grundstein 1931 gelegt

Der Grundstein für die Friesenhalle wurde im November 1931 gelegt und schon ein gutes halbes Jahr später, am 30. Mai 1932, wurde sie feierlich eingeweiht. Die Baukosten beliefen sich damals auf 75.000 Reichsmark. „Finanziert wurde die Halle ausschließlich mit Anteilscheines der Vereinsmitglieder“, weiß Dietmar Mücke.

Ende November, allerspätestens jedoch zu den Prunksitzungen der nahenden Karnavals-Session soll alles fertig sein. „Der Sportbetrieb in der Halle läuft bereits wieder, allerdings mit kleinen Einschränkungen“, sagt Mücke und ergänzt: „Wir freuen uns, den Zerbstern dann die neue Halle präsentieren zu können.“