Zerbst l Im Beisein von Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) erfolgte der offizielle Baustart zur Baumaßnahme Sanierung des Zerbster Wasserturms. „Begonnen wird mit dem ersten Bauabschnitt, der die Gerüst- und Klinkerarbeiten beinhaltet“, erklärt Sigrun Knäbel, Vorsitzende des Fördervereins.

Wahrzeichen der Stadt

Gefördert wird die Sanierung im Rahmen der lokalen Entwicklungsstrategien (LEADER). Die Mittel dazu, immerhin 388.000 Euro, werden aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt. Der Eigenanteil beträgt rund 43.000 Euro.

„Der Turm gehört mit Sicherheit zu den schönen Wahrzeichen unserer Stadt“, sagte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) in seiner kurzen Ansprache. Er war aber natürlich im Laufe der Jahre dem Zahn der Zeit ausgesetzt. „Insofern war ein großes Ziel des Fördervereins den Wasserturm nicht nur zu erhalten, sondern auch zu sanieren“, so Dittmann.

Bilder

Der Bürgermeister dankte sowohl Elke Kurzke vom Leader-Regionalmanagement Mittlere Elbe-Fläming als auch Iris Herschel und Jenny Henke aus der Stadtverwaltung für ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit.

Hart erkämpft

„Das Projekte in der Stadt förderfähig sind, dies ist erst seit Änderung der Richtlinien möglich“, erklärt Dittmann. Vorher seien nur Förderungen im ländlichen Raum möglich gewesen. „Das überhaupt eine solch hohe Fördersumme genehmigt wurde, hat viel mit der Beharrlichkeit des Fördervereins und besonders seiner Vorsitzenden Sigrun Knäbel zu tun“, würdigt Dittmann das Engagement.

Sigrun Knäbel danke allen Beteiligten für ihre Unterstüzung und Hilfe. „Besonders danken möchte ich dem Architekten Steffen Götze, der den Verein von Anfang an zur Seite gestanden hat“, freut sich die Vereinsvorsitzende.

„Der Bau erfolgt in zwei Abschnitten“, erklärt Nico Ruhmer, Amtsleiter zentrale Dienste in der Zerbster Stadtverwaltung. Im ersten Abschnitt werden die Fassadenarbeiten erledigt und im Zweiten, mit separater Ausschreibung, die Erneuerung der Fenster und Simse. „Mitte Juni wird der Turm dann komplett eingerüstet sein“, so Ruhmer.

Reinigung des Mauerwerks

Die Einrüstung erfolgt über ein Arbeitsgerüst von etwa 1350 Quadratmetern Größe. „Zunächst sollen der Grünbewuchs durch Moos sowie kleine Eisenteile wie Haken, Halterungen und Ähnliches vorsichtig aus der Sichtmauerwerksfassade entfernt werden“, erläutert Architekt Steffen Götz.

Danach erfolgt die Reinigung des Ziegel-und Natursteinsichtmauerwerks mittels Druckreinigung. Außerdem werden beschädigte und defekte Klinkerformsteinen ausgetauscht.

„Die defekten Gewölbe werden vorsichtig zurückgebaut und erneuert“, so Götz. Abgebrochene, defekte oder fehlende Mauerwerksbögen werden ebenfalls erneuert, dies gelte auch für fehlende oder defekte Steine im Bereich der Sohlbänke.

An den Gesimsen und Mauerwerkskronen werden Kupferbleche als Gurtgesimsen angebracht, sowie alte Betonschläge auf den Gurtgesimsen zurückgebaut und erneuert. Die Fugen werden dann mit historischem Fugenmörtel geschlossen und das gesamte Mauerwerk zum Schutz vor Verwitterung impräg-niert.

Im Zuge dieser Maßnahme wird bereits der zweite Bauabschnitt ausgeschrieben, der die Erneuerung der alten Metallfenster, die Überarbeitung der Blitzschutzanlage und des Dachanschlusses beinhaltet. „Die Arbeiten sollen Ende November abgeschlossen sein“, sagt Götz.