Zerbst l Kurz nach 11 Uhr werden die Kameraden der Zerbster Feuerwehr zu einem Brand nach Leps gerufen. Als die Einsatzkräfte kurze Zeit später am Unglücksort eintreffen, steht der Anbau auf dem Hof eines Wohnhauses bereits in Vollbrand. Noch ehe die Feuerwehr mit dem Löschen beginnen kann, stürzen schon die Dachbalken des Nebengebäudes nach unten.

Die Feuerwehrleute konzentrieren sich darauf, das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus zu verhindern. Immer mehr Ortwehren der Einheitsgemeinde treffen an der Unglücksstelle ein. Zu schaffen machen den Einsatzkräften die immer wieder auffrischenden Windböen.

Mittlerweile kämpfen mehr als 40 Kameraden gegen das Feuer, können letztlich aber das Übergreifen auf das Wohnhaus nicht verhindern. „Zu unserem großen Leidwesen machte uns der Wind immer wieder große Probleme“, sagt Einsatzleiter und Pressesprecher der Feuerwehr Steffen Schneider. So seien trotz großer Anstrengungen der Einsatzkräfte Teile des Wohnhauses durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen worden. Zumindest ein Teil des Hauses sei unbewohnbar.

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Kameraden sind mehr als sechs Stunden im Eins

Außerdem hatten die Wehren anfangs mit Problemen bei der Löschwasserversorgung zu kämpfen. „Der von uns genutzte Trinkwasserhydrant hat nicht die benötigte stabile Leistung für einen Brand dieser Größe“, erklärt Schneider. Er sei nicht vorrangig für solche Einsätze ausgelegt.

Zur Verfügung standen zudem noch insgesamt 10 000 Liter Löschwasser aus den angerückten Einsatzfahrzeugen. „Erst als eine etwa 300 Meter lange Versorgungsleitung zum Bach Funder gelegt war, stabilisierte sich die Wasserversorgung“, sagt der Einsatzleiter.

Hubsteiger in Einsatz

Zwischendurch machten sich immer wieder Atemschutzgeräteträger für den Innenlöschangriff bereit. „Sie rücken in Bereiche des Brandortes vor, die stark verraucht sind“, so der Einsatzleiter. Auch der Hubsteiger war von Beginn an im Einsatz. „Kameraden bekämpfen von oben aus dem Korb die Flammen“, erläutert Schneider.

Ein weiteres wichtigstes Ziel sei es gewesen, die Nachbargrundstücke vor einem Übergreifen der Flammen durch die Windböen zu schützen. „Dies ist uns gelungen“, sagt Schneider. Mitten im laufenden Einsatz sei am Nachmittag eine weitere Alarmierung eingegangen.

Die Kameraden wurden nach Zerbst zu einer Wohnungsöffnung gerufen, in der sich eine hilflose Person befunden haben soll. „Zwei Kameraden machten sich daraufhin auf den Weg nach Zerbst um die angeforderte Unterstützung zu leisten und die Wohnungstür zu öffnen“, schildert Steffen Schneider das Geschehen.

Einsatz von über sechs Stunden

Der Einsatz dauerte insgesamt mehr als sechs Stunden. „Erst am späten Nachmittag gegen 17 Uhr konnten die Einsatzkräfte wieder einrücken“, so Schneider. Im Einsatz waren die Ortswehren Zerbst, Leps, Steutz, Steckby und Lindau mit insgesamt zwölf Fahrzeugen.

Was den Brand ausgelöst hat, ist noch völlig unklar. Dies müsse nun bei den weiteren Ermittlungen geklärt werden.

Schneider: „Ich möchte mich bei Kameraden aller beteiligten Wehren und der Polizei für ihren Einsatz und das gute Zusammenspiel bedanken.“ Dieser Einsatz habe wieder einmal gezeigt, wie wichtig jede einzelne Ortswehr der Einheitsgemeinde ist, „eingeschlossen die Frauen und Männer, die sich hier ehrenamtlich engagieren und den Bürgern und der Allgemeinheit dienen“, betont Steffen Schneider.