Zerbst l Bei der Zerbster Feuerwehr geht um 23.17 Uhr am Sonnabend ein Alarm ein: Gebäudebrand, Biaser Straße. Zur gleichen Zeit ist in Cesar‘s Fabrik im Altbuchsland eine Ü-30 Party im Gange, als der Sicherheitsdienst Volker (Cesar) Große darüber informiert, das eine nahegelegende Gartenlaube in Flammen steht.

Der Gastronom kennt einige der Gartenbesitzer und weiß, dass gelegentlich auch in einigen der Lauben übernachtet wird. Er reagiert sofort, lässt parkende Autos wegfahren, um die Zufahrt für die Rettungskräfte freizumachen. Danach läuft Volker Große gemeinsam mit Enrico Giese zur brennenden Gartenlaube. Die Männer zögern keine Sekunde.

Frau bekommt nichts vom Feuer mit

Und tatsächlich, auf den Nachbargrundstück schläft eine Frau tief und fest, sie bekommt von dem flammenden Inferno nur wenige Meter entfernt nichts mit.

Bilder

Die beiden Männer hämmern an Tür und Fenster bis die Frau aufwacht und bringen sie schließlich in Sicherheit. Große und Giese hören kleinere Explosionen. Die beherzt eingreifenden Männer befürchten, dass sich vielleicht Propangasflaschen in der brennenden Laube befinden könnten, was in Gartenhäusern nicht unüblich ist. Diese Befürchtung hat sich dann glücklicherweise nicht bestätigt. „Ich habe noch schnell einen Hund aus dem Zwinger gelassen, der nahe dem Feuer im Zwinger bellte. Die Laube brannte bereits lichterloh“, schildert der Zerbster Gastronom.

Wasserversorgung ist Problem

Als die Einsatzkräfte wenig später eintreffen, steht die Laube in Vollbrand. „Das Problem ist die Wasserversorgung“, sagt Einsatzleiter René Borkowitz. Das Wasser in den Tanks der Einsatzfahrzeuge ist schnell aufgebraucht und die nächsten Hydranten befinden sich in der Biaser Straße an der Zufahrt zum Bahnsteig 2 des Bahnhofs und an der Einmündung zum Altbuchsland.

Borkowitz entscheidet sich auch die Jütrichauer Ortswehr zu alarmieren. „Wir richten jetzt einen Pendelverkehr zwischen Hydranten und Einsatzstelle ein. Ein Löschfahrzeug bleibt hier, zwei weitere übernehmen die Wasserversorgung im Pendelverkehr“, erläutert der Einsatzleiter.

Feuerwehr kann es nicht verhindern

Am Ende können die Einsatzkräfte nicht verhindern, dass die Laube völlig nieder brennt. „Auch von einen direkt angrenzenden Gartenhaus ist der Dachstuhl durch übergreifende Flammen zerstört worden“, so Borkowitz. Trotz großer Anstrengungen hätten die Einsatzkräfte dies nicht verhindern können. Die Laube aus der Volker Große und Enrico Giese die schlafende Frau in Sicherheit gebracht haben, wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Die Brandursache ist noch völlig unklar. „Wir schließen Brandstiftung allerdings nicht aus“, sagt Einsatzleiter René Borkowitz nach Beendigung des Einsatzes. Nach gut drei Stunden, gegen 2 Uhr morgens konnten die Feuerwehren dann wieder abrücken.

Zerbster und Jütrichauer Ortswehren im Einsat

Im Einsatz waren insgesamt 28 Kameraden der Zerbster und Jütrichauer Ortswehren mit sechs Fahrzeugen.