Zerbst l Auch wenn uns derzeit die Corona-Pandemie in Atem hält, warten noch weitere Herausforderungen auf uns, die keineswegs einfacher zu bewältigen sind, finden die Initiatoren der neu gegründeten Bürgerinitiative „Zerbst blüht auf“. Es geht um die Klimakrise und das Artensterben.

Getrieben von der Sorge um das Verschwinden der Bienen, der Schmetterlinge und der für Anhalt typischen Obstbaum-alleen an Straßen und Feldwegen, von der Sorge um das dramatische für jeden sichtbare Waldsterben zwischen Fläming im Norden und den Elbauen im Süden von Zerbst, stellt sich die neu gegründete Bürgerinitiative die Frage: „Was können wir tun? Welche Möglichkeiten haben wir in den Kommunen, uns diesen Aufgaben zu stellen?“

Viele Auslöser für Initiative

So war die Idee zur Gründung der Bürgerinitiative geboren bei Menschen wie Dr. Ernst-Paul Dörfler, der Familie Schmidt aus Pulspforde, Rita Girke und etlichen Leuten mehr, die sich zum Teil schon über Jahre mit den Themen auseinander setzen und ihre Initiativen nun gemeinsam umsetzen wollen. Auslöser gab es eher viele und für jeden Mitstreiter durchaus auch einen anderen beziehungsweise aus einem leicht anderen Blickwinkel heraus. Das Arten- und Insekten- sowie das Singvogelsterben seien da zu nennen, die zunehmende Dürre oder der Müll in der Landschaft verlangen nach Handlungen.

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Die Bürgerinitiative „Zerbst blüht auf“ hat sich nun zum Ziel gesetzt, Anstöße zu geben und sowohl die Stadtverwaltung als auch die Einwohner einzuladen, aktiv zu werden. „Den menschengemachten Klimawandel und das menschengemachte Artensterben können nur wir Menschen selbst aufhalten“, appellieren die Mitglieder der Initiative an ihre Mitbürger.

Wieder mehr Blütenvielfalt in den Gärten

„Zerbst blüht auf“ will sich damit befassen, „wie wir in unseren Kommunen und Privatgärten für mehr Blütenvielfalt sorgen und damit das Verschwinden der Wildbienen und der gesamten Insektenvielfalt aufhalten können.“ Diese Vielfalt ist für die Sicherung unserer Ernährung und für das ökologische Gleichgewicht von enormer Bedeutung. Rita Girke, eine Mitinitiatorin der Initiative, stellte fest: „Wenn ich meinen Garten sehe, finde ich es erschreckend, wie sehr die Zahl der Hummeln und Wildbienen in den vergangenen Jahren abgenommen hat, obwohl ich mich bemühe, ihnen einen reich gedeckten Blütentisch zu schenken.“

Wie kann der Wasserhaushalt verbessert und der Austrocknung unserer Landschaften entgegengewirkt werden?, ist ein weiterer Ansatzpunkt. Die sich ausweitenden und verschärfenden Dürreperioden machen nicht nur Gärtnern, sondern auch Landwirten zu schaffen. In der Landschaft wird dringend mehr Wasser gebraucht.

Vermüllung der Stadt und Umgebung stoppen

„Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Vermüllung unserer Stadt und ihrer Umgebung zu stoppen? Überall liegt achtlos weggeworfener oder gar illegal entsorgter Müll herum. Das lässt sich ändern. Wir wollen, dass unsere Stadt Zerbst eine grüne, saubere und bunte Wohlfühlstadt wird. Jeder kann mitmachen“, meint Eckhard Schmidt aus Pulspforde, der zum Sprecher der Bürgerinitiative gewählt wurde.

Die Bürgerinitiative „Zerbst blüht auf“ ist offen für alle Interessierten, denen Natur und Umwelt und damit das zukünftige Leben unserer Kinder am Herzen liegen. Um die 20 Mitstreiter hat die Initiative bereits. Regelmäßige Treffen sollen organisiert werden, verbunden mit Spaziergängen durch die Stadt Zerbst und ihre Umgebung, um auf die Probleme und die Lösungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen und zum Handeln zu motivieren. Aktuell sind jedoch Internet und Telefon angesagte Treffpunkte. Als Konferenztermin ist der 15. Januar vorgesehen. Ansonsten läuft alles dezentral per Mail. Eine eigene Internetseite soll es irgendwann geben. Interessierte können sich jederzeit melden.

Kontakt über die Telefonnummer 0172/3890059 und E-Mail-Adresse: kontakt@zerbst-blueht-auf.de.