Zerbst l Armin Schmidt ist froh, dass er endlich wieder Arbeit für seine Verkäufer hat. Der Besitzer eines Autohauses in Zerbst musste einige seiner Mitarbeiter aufgrund der Corona-Krise in Kurzarbeit schicken. Nur in der Werkstatt und vereinzelt im Service konnten die Mitarbeiter den Betrieb aufrecht erhalten. „Unser Werkstattbetrieb ist weitergegangen. Die Kundschaft kommt hier nicht in Strömen, darum konnten wir die Hygienevorschriften gut einhalten“, erzählt Armin Schmidt.

Auch Florian Pieper, Leiter des Autohauses König in Zerbst, musste seine Mitarbeiter je nach Bedarf einteilen. „In der Werkstatt haben wir in zwei Teams gearbeitet, um die Ansteckungsgefahr gering zu halten“, erzählt Pieper. Sein Autohaus gehört zu einer Kette, die neben dem Verkauf in Autohäusern auch Onlineanfragen bearbeitet. „Dadurch konnten wir den Kunden weiterhin kontaktlos Angebote machen. Jetzt können dann, falls gewünscht, Probefahrten durchgeführt werden“, sagt Florian Pieper.

Termine wie gewohnt zu vergeben

Neben Reparaturarbeiten konnten in den Werkstätten der Autohäuser auch Reifenwechsel und Hauptuntersuchungen vorgenommen werden. „Die Termine werden auch in Zeiten der Beschränkungen durch die Corona-Krise wie gewohnt vergeben, unsere Kfz-Werkstätten sind bemüht, auch unter den erschwerten Bedingungen alle Kundenwünsche zu erfüllen“, bestätigt Carmen Pottel, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Anhalt-Bitterfeld. Sie weist darauf hin, dass Autobesitzer trotz Corona-Krise auf die Gültigkeit der Hauptuntersuchung achten sollten.

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„Im Verkaufsraum haben wir disziplinarische Maßnahmen umgesetzt. Wir haben Stellwände aufgestellt und Hinweisschilder angebracht“, sagt Armin Schmidt. Die Kunden hätten sich daran gehalten und zueinander und zu den Mitarbeitern Abstand gehalten, so Schmidt.

Ungenutzte Fahrzeuge verlieren an Wert

Fast fünf Wochen musste der Betrieb im Autohaus eingeschränkt werden. Die zahlreichen Fahrzeuge auf dem betriebseigenen Parkplatz von Armin Schmidt blieben unbeachtet stehen. Keine gute Voraussetzung für die Entwicklung des Warenwerts. „Jedes Fahrzeug das ungenutzt bei uns rumsteht, verliert einen geringen finanziellen Wert“, erklärt Armin Schmidt.

Da er in den kommenden Wochen auch keinen hohen Andrang in seinem Autohaus erwartet, kann dieser Wert weiter sinken. „Ich kann mir vorstellen, dass die Leute zurzeit andere Sorgen haben und sich nicht für einen Autokauf interessieren“, schätzt Armin Schmidt die aktuelle Lage ein. Die Stellwände im Schauraum werde er erstmal noch stehen lassen und weiterhin auf die Einhaltung von Sicherheitsabständen und Hygienemaßnahmen achten.

Kein großer Andrang erwartet

Auch Florian Pieper denkt, dass es keinen großen Andrang auf Autohäuser geben wird. „Ich nehme an, dass unser Betrieb, wie andere Branchen auch, eher schleppend anlaufen wird“, sagt Pieper. Das Autohaus sei weiterhin mit ausreichend Schutzausrüstung ausgestattet, um die Hygienerichtlinien einzuhalten. Auch er hat Stellwände aufgestellt.