Zerbst l Im Rahmen des Denkmaltages hatten am Sonntag 14 geschichtsträchtige Objekte in Zerbst ihre Pforten für Besucher geöffnet.

So hat zum Beispiel der Dicke Turm, der Glockenturm der Sankt Bartholomäikirche, einige Besucher angelockt. Der Clou: Im inneren des Turmes stellen die Künstler von „Kulturaktion“ eine Auswahl ihrer Werke aus. Anlass dafür ist das 25-jährige Bestehen des Künstlerkollektivs. Künstlerin Steffi Heger sagt: „Wir stellen ganz gerne in älteren Gemäuern aus und hauchen den Gebäuden damit neues Leben ein.“ Ulrike von Thadden, ebenfalls Mitglied bei Kulturaktion, ergänzt: „So ein denkmalgeschützter Ausstellungsraum hat aber auch seine Tücken – Löcher bohren, um die Bilder aufzuhängen, geht schon mal nicht.“

Blick auf Kirchglocken

Doch auch neben den Gemälden und Plastiken lohnte sich ein Blick in den Turm: Wer sich die hölzerne Treppe nach ganz oben hinauf getraut hat, der konnte einen seltenen Blick auf die vier Kirchglocken werfen, auf denen die Worte Friede, Liebe, Freude und Glaube eingraviert sind.

Ein anderer Besuchermagnet in der Stadt war die Nicolaikirche. Zwar ist das ehemalige Kirchenschiff im Sommer täglich geöffnet, doch anlässlich des Denkmaltages konnten auch die Kirchtürme bestiegen werden. Eine herrliche Aussicht über die Stadt ist der Lohn fürs Treppensteigen.

Fachkundige Gastgeber

Zudem stehen Walter Tharan und Claus-Jürgen Dietrich vom Förderkreis St. Nicolai Zerbst den Besuchern Rede und Antwort und können allerlei interessante Fakten zur Kirche wiedergeben. Das haben auch Fred und Heidi Scholz aus Berlin mitgekriegt. Das Ehepaar ist im regen Austausch mit Walter Tharan, der sich bestens mit dem sakralen Gemäuer auskennt und sogar Bücher über die Kirche, beziehungsweise über die Denkmalpflege, geschrieben hat. Als die Berliner das herausfinden, lassen sie sich direkt ein Buch signieren.

Generell zeigt sich Fred Scholz von der Region sehr angetan: „Es gibt hier in Zerbst und auch in der Umgebung so viele einmalige Gebäude und Denkmäler, das ist einfach toll. Da kommt man gerne mal vorbei.“