Zerbst l Sauberkeit und Hygiene sind das Markenzeichen der Firma Glanzexpress, die nicht nur in der Region, sondern ebenfalls in ganz Sachsen-Anhalt und angrenzenden Bundesländern tätig ist. Beide Kompetenzen werden jetzt während der Corona-Pandemie besonders in Anspruch genommen. Ob in der Reinigung von Bankautomaten, Industrieanlagen oder Produktionshallen der Lebensmittelbranche – überall sind die gut 200 Mitarbeiter des Zerbster Unternehmens nun besonders gefordert, um gegen die weitere Ausbreitung des Virus anzukämpfen.

„Wir haben verstärkt Nachfragen nach desinfizierenden Reinigungen“, sagt Geschäftsführerin Ramona Schondorf. Erst im Februar hätten sie eine Mitarbeiterin zur staatlich geprüften Desinfektorin ausbilden lassen. „Das ist jetzt Gold wert“, bemerkt Ramona Schondorf.

Keine Lieferengpässe bei Desinfektionsmitteln

Froh ist sie ebenfalls, dass es bislang trotz des gestiegenen Bedarfs keine Engpässe bei der Lieferung von Desinfektionsmitteln gibt. Glanzexpress setzt hier auf mehrere Zulieferer. „Dennoch kann es vorkommen, dass wir einen Kunden mal ein, zwei Tage vertrösten müssen“, gesteht die Geschäftsführerin. Schwierig sei die Kalkulation der Angebote, denn die Preise für Desinfektionsmittel ändern sich zur Zeit täglich.

Eine spezielle Verantwortung sieht Ramona Schondorf momentan in der Aufrechterhaltung der Lebensmittelproduktion, um die Versorgung der Menschen abzusichern. „Wir haben deshalb einen Plan B vorbereitet für den Fall, dass unsere Reinigungskräfte in diesem Bereich durch Corona ausfallen“, erzählt die Geschäftsführerin. So wurde ein Ersatzteam zusammengestellt, das ebenfalls über Gesundheitsausweise verfügt, aktuell allerdings woanders eingesetzt wird.

Schutz der Mitarbeiter

„Es ist wichtig, dass die systemrelevanten Unternehmen weiterlaufen“, meint Ramona Schondorf. Das gilt ebenfalls für die medizinischen Bereiche, in denen die Firma tätig ist. „Die größte Herausforderung ist, unsere eigenen Mitarbeiter zu schützen“, sagt die Geschäftsführerin. Längst sind die Fahrzeuge nicht mehr voll besetzt. Wer auch nur geringste Krankheitssymptome aufweist, soll daheim bleiben. An sensiblen Stellen arbeiten die Frauen und Männer zudem in voller Schutzmontur mit Mundmaske, Handschuhen und Overall. Gerade, wenn sie dort reinigen sollen, wo ein Corona-Verdacht besteht oder gar ein bestätigter Corona-Fall vorliegt, hat der Eigenschutz oberste Priorität.

Die Virus-Pandemie wirkt sich allerdings noch auf andere Weise aus, wie Ramona Schondorf berichtet. Beispielsweise fallen aufgrund der verordneten Schul- und Kita-Schließungen diese Kunden derzeit weg. Auch Aufträge in der Baureinigung werden nicht ausgelöst, weil die Vorhaben ruhen. Das sorgt für wirtschaftliche Einbußen.

Kurzarbeit teilweise eingeführt

„Und wir wissen nicht, wie es unseren Kunden nach der Krise geht“, blickt sie in eine ungewisse Zukunft. Vorsorglich hat das Zerbster Unternehmen alle möglichen Maßnahmen ergriffen, um die außergewöhnliche Situation zu überstehen. Auch Kurzarbeit wurde in Teilbereichen des Betriebes eingeführt. „Wir lassen uns nicht unterkriegen und kämpfen“, weiß die Geschäftsführerin, dass sie ein gutes Team hinter sich stehen hat.