Zerbst l Gleich sieben Fahrräder haben Diebe während eines Beutezuges in Zerbst gestohlen. In der Nacht von Sonntag, 5. Januar 2020,  zu Montag, 6. Jnauar 2020, drangen sie gewaltsam in mehrere Mieterkeller eines Mehrfamilienhauses in der Bahnhofstraße ein und klauten die dort abgestellten, teils hochwertigen Räder.

„Derzeit wird von einer Schadenshöhe von circa 7.000 Euro ausgegangen“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld. Allein ein schwarzes Rennrad der Marke „Canyon“ besitzt einen Wert von rund 2.500 Euro. Das ebenfalls verschwundene als mattschwarz beschriebene Cube-Mountainbike ist etwa 900 Euro wert, ein weiteres blau-grünes Mountainbike der Marke „Scott“ gut 480 Euro. Aber auch ein Damenfahrrad findet sich neben einem Paar Klick-Pedalschuhen in der Größe 45 unter dem Diebesgut aus dieser einen Nacht.

Ob die Besitzer ihre Fahrräder jemals zurückerhalten, bleibt offen und ist eher fraglich. Denn Fakt ist, die Aufklärungsquote bei diesen Diebstählen ist gering, wie Polizeisprecher Michael Däumich gegenüber der Volksstimme bestätigt. Mitunter finden sich gestohlene Räder durch Hinweise aus der Bevölkerung und spontanen Kontrollen der Polizei wieder an, wie er schildert. Da könne es durchaus vorkommen, dass gleich mehrere Räder – komplett oder zerlegt – aufgefunden werden.

Polizei rät zu Fahrradpass

Grundsätzlich sei eine exakte Beschreibung des entwendeten Fahrrades für die Ermittlungen hilfreich, ergänzt Michael Däumich. „Fahrradpässe sind für uns wichtig“, erzählt der Sprecher des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld von den Klappkarten, die in jedes Portemonnaie hineinpassen. Darin werden mehrere Angaben unter anderem zu Typ, Marke, Farbe und Gangschaltung gemacht. Zusammengeklammert mit dem Kassenzettel beziehungsweise der Kaufrechnung sollte man diesen Pass aufbewahren, empfiehlt Däumich. Erhältlich seien solche Pässe bei Fahrradhändlern „oder bei uns“, so der Polizeihauptkommissar.

Fahrraddiebstähle gehören zu den am häufigsten begangenen Straftaten, wie Statistiken belegen. Auch in Zerbst kommt es immer wieder zu solchen Delikten. Erst im Oktober ließen dreiste Dieben mehrere Rennräder und Mountainbikes im Gesamtwert von rund 21.000 Euro aus einer aufgehebelten Garage im Steglitzer Weg mitgehen. Daneben scheinen Elektrofahrräder recht beliebt zu sein, die ebenfalls regelmäßig in den Polizeimeldungen auftauchen. Michael Däumich spricht von Beschaffungskriminalität, die er hinter den Fahrraddiebstählen vermutet. Die Räder ließen sich schnell veräußern und mit dem Geld dann Drogen kaufen.

2018 registrierte die Polizei im Landkreis Anhalt-Bitterfeld übrigens 650 Fahrraddiebstähle. Die aktuellen Zahlen für 2019 liegen bislang noch nicht vor.